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welsWels Stadt | Kultur | 26.05.2019

Und jetzt spricht der "Kaiser" bei den Burg-Führungen

Kaiser Maximilian I. & seine Spuren

In Österreich bemühen sich derzeit mehrere Städte um das Gedenkjahr „500 Jahre nach dem Tod vom Kaiser Maximilian I.“. In der Welser Burg, wo der Kaiser am 12.1.1519 verstorben ist, bietet das engagierte Museums-Team dazu nicht nur eine wirklich sehenswerten und informative Sonderausstellung namensMaximilian I.: Kaiser – Reformer – Mensch. Für die Stadt wichtig ist gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf die Museen zu lenken, die ansonsten leider ein eher unauffälliges Dasein fristen. Im Bild der Sonderstempel für Briefmarkenfreunde. Ganz unten Impressionen aus einer Führung durch die Sonderausstellung!
Die Ausstellung wurde von Karl Habsburg-Lothringen eröffnet, der zuvor von der Stadt eingeladen wurde auch den renovierten Sisi-Pavillon (Bild) im Schloßpark Lichtenegg zu eröffnen. Heinz Schludermann aus der Maxlhaid hat schon vor Jahrzehnten diese Renovierung angeregt, sogar der 2012 verstorbene Trodat-Chef Walter Just wäre als Förderer bereit gestanden. Jetzt ist das Werk endlich gelungen!
Der Höhepunkt des Welser Maximilian-Gedenkjahres beleuchtet das machtpolitische Streben des Kaisers, seine Reformen und Neuerungen sowie die Verklärung seiner Person nach dem Tod. Besonderes Augenmerk liegt naturgemäß auf der Beziehung Maximilians zu Wels.
Der Kaiser in 500-facher Vergrößerung 
Albrecht Dürer, Hans Burgkmair, Bernhard Strigel oder Albrecht Altendorfer sind nur einige Künstler, die für Kaiser Maximilian I. gearbeitet haben. Von den umfangreichen Werken aus dem Kunsthistorischen Museum, der Albertina oder dem Belvedere in Wien sind in Wels wichtige Gemälde und Druckgrafiken als Reproduktionen zu sehen. Diese spiegeln den Regenten und sein Umfeld wider.
Maximilian I. liebte es, sich selbst zu inszenieren. Die Ausstellung setzt den Kaiser nun mit moderner Technik in Szene. Mittels digitaler Druckgrafik ist es durchführbar, Originale um das 500-fache zu vergrößern. Diese großflächigen Exponate vermitteln durch die Dimensionen neue und oft auch sehr eindrucksvolle Einblicke und Ansichten von künstlerischen Werken, die dem Betrachter ansonsten verborgen bleiben. Übrigens: Mehr als 500 Jahre ist es her, dass ein Kaiser die Wichtigkeit von Bildern mit eigenem Portrait erkannt hat. Die heutigen Politiker haben dies leider mehr erwünscht erkannt.
Eine App für Smartphones und Tablets ermöglicht darüber hinaus neue Zugänge zur Kunst. Diese kann mithilfe von Bilderkennung ausgewählte Darstellungen in der Ausstellung identifizieren und zusätzliche Informationen vermitteln. So erzählen unter anderen Friedrich III. über seine Ambitionen für seinen Sohn Maximilian und das Haus Habsburg, ein Landsknecht über das Leben als Söldner oder sein Koch über Maximilians lukullische Vorlieben.
Eindrucksvolle Originale
Natürlich gibt es auch Originale zu bestaunen, etwa Waffen und Rüstungen aus dem 15. und beginnenden 16. Jahrhundert. Besondere Aufmerksamkeit verdienen ein gotischer Flügelaltar mit einem Medaillon des Kaisers und das Buch der Sebastiansbruderschaft mit Friedrich III. und Maximilian I. als Mitgliedern. Auch einige Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert werden gezeigt: Beispielsweise von Johann Hazod, Rudolf Steinbüchler oder auch dem 2017 verstorbenen Welser Künstler Sigi Strasser.
Herrscher, Hofleben und Burg im Fokus
Die Ausstellung zieht sich durch die gesamte Burg und nimmt verschiedene Erzählstränge auf. So stellt sie im Obergeschoß Maximilian als Herrscher vor und setzt einen Schwerpunkt in den Beziehungen des Kaisers zu Wels. Im Untergeschoß geben Ton- und Lichtinstallationen Einblick in die Themen der höfischen Jagd und des Turnierwesens. Auch die Geschichte der Burg Wels wird an zwanzig Punkten im Gebäude dem Besucher immer wieder näher gebracht.
Zum Schluss geht die Ausstellung der Frage nach, was von Maximilians Neuerungen geblieben ist. Seine Verwaltungsreform begründete etwa den modernen Beamtenstaat, und seine Reformen im Bereich des Militärs prägen noch heute das Heereswesen. Weiters zu erwähnen sind die Post, aber auch die Wiener Sängerknaben.
Gerne wird Kaiser Maximilian I. auch als „erster Europäer“ gesehen. Eltern und Großeltern stellten ihn durch ihre Herkunft aus unterschiedlichen Nationen in einen gesamteuropäischen Zusammenhang. Seine Ehen, seine diplomatischen Beziehungen und seine Heiratspolitik zeigen ihn als europäische Figur, die in europäischen Dimensionen dachte und plante.
Rahmenprogramm während der Ausstellung
Bis 11. April veranstaltete der Briefmarkensammlerverein Ovilava ebenfalls in der Burg eine Briefmarken-Ausstellung. Dazu gibt der Verein eine personalisierte Marke und ein Schmuckkuvert mit Sonderstempel heraus. Diesen gab es beim Sonderpostamt am 23. März. Zusätzlich hat auch die Österreichische Post eine Maximilian-Marke herausgeben. Hier war der begehrte Ersttagsstempel bei einem neuerlichen Sonderpostamt am 11. April erhältlich.
Nach wie vor zu haben sind die Gedenkmedaillen in Silber (Preis: 69 Euro) und Bronze (Preis: 39 Euro). Diese sind in Kooperation mit dem OÖ. Münzensammlerverein Wels entstanden und wurden von den Medaillenkünstlern Anton und Thomas Pesendorfer aus Walding gestaltet und geprägt. Erhältlich in den Museumsshops Minoriten (Minoritenplatz 4) und Burg (Burggasse 13), bei der Wels Info (Stadtplatz 44) sowie beim Verein (Billrothstraße 66/18, Tel. 0664 457 89 23).
Außerdem gibt es drei Exemplare in Bronze zu gewinnen. Wer die Frage nach dem Vater von Kaiser Maximilian I. richtig beantwortet und dies per Email mit genauer Angabe seines Namens und Adresse einschickt, kann gewinnen. Einsendungen an die Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit, Email: oea@wels.gv.at
Sonderausstellung „Maximilian I.: Kaiser – Reformer – Mensch“
Donnerstag, 21. März, bis inklusive Sonntag, 27. Oktober 

Museums-Öffnungszeiten:
DI bis FR 10 - 17 Uhr, SA 14 - 17 Uhr, Sonn-/Feiertag 10 - 16 Uhr
Info-Tel. Kulturservice 235-7350, Web-Info: www.wels.at/maximilian2019

Doris Prenn (links) und Ingeborg Micko mussten mit dem Ausstellungs-Budget sparsam umgehen, haben aber eine sehenswerte Präsentation geschaffen. Dank der modernen Technik wird das vielseitige Leben von Kaiser Maximilian I. in vielen Facetten und spannend dargestellt. Der in Wels verstorbene Monarch würde beim Besuch dieser Ausstellung die engagierten Historikerinnen möglicherweise in den Adelstand erheben...
Und so sprach der Kaiser vor mehr als 500 Jahren
Noch bis 27. Oktober kann man Kaiser Maximilian I, der vor 500 Jahren in der Burg zu Wels starb, bei einer Führung in der Sonder-Ausstellung „Maximilian I.: Kaiser – Reformer – Mensch“ in der Burg miterleben. Hubert Krexhammer verkörpert den erstaunlich fortschrittlichen Kaiser, der schon vor 500 Jahren an ein vereintes Europa dachte, Gerichtshöfe installieren ließ und damit möglicherweise auch der erste Beamtenstaat entstanden ist. der "Kaiser" sprach dies zum Beipsiel am EU-Wahltag zu einem kleinen Kreis des heimischen Volkes.
Und schließlich endete die Führung beim Denkmal des Kaisers, das versteckt im letzten Eck des Burggartens im Bereich des Kinderspielplatzes auf die Entdeckung wartet. Auf die öftes hörbare Kritik über den Standort des Kaiser-Denkmales reagierte die Stadtpolitik - wie leider auch bei anderen Beispielen - nicht. Nur das Denkmal hätte sich einen besseren Standort verdient.
Aber Hubert, der in der Geschichte der Habsburger gebildete "Kaiser"-Nachfolger lässt die Zeit um Maximilian I richtig wieder aufleben. Der erste Kaiser, der erkannte wie wichtig die bildliche Darstellung ist, die heutigen Politiker nützen diese Erkenntnisse leider in Übergebühr. Aber auch diese Kritik lässt Politiker kalt. Filmische Impressionen vom Kaiser-Imitator...

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