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welsWels Stadt | Gesundheit | 21.03.2009

Im Herzkatheter-Labor im Klinikum, erstmals in Oberösterreich:

Minimal invasiver Herzklappen-Ersatz

Erstmals in OÖ kann bei Hochrisiko-Patienten ein minimal invasiver Herzklappenersatz im Klinikum Wels eingesetzt werden. Dank einer vorbildlichen Zusammenarbeit von Herzchirurgen und Kardiologen wurde dies möglich. Die Primarärzte Dr. Peter Hartl (links im Bild) und Dr. Bernd Eber freuen sich über die neuen gemeinsamen Möglichkeiten, die Operation dauert etwas 90 Minuten.
Damit kann eine enorme Lebensverbesserung für alle betroffenen Patienten, die bis dato als inoperabel galten, geschaffen werden. In den westlichen Industrieländern stellt die Aortenstenose (Verengung der Aorta) die häufigste Klappenerkrankung dar. Das oftmals hohe Operationsrisiko bei alten und polymorbiden Patienten stellte bisher ein großes Problem dar.
Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernd Eber, Abteilung für Innere Medizin II: „Wir haben im Klinikum nun eine erfolgreiche Methode der minimal invasiven Aortenklappen-Implantation im Repertoire. Wir haben bisher 18 der so genannten Hochrisikopatienten bei uns erfolgreich operiert, jedem einzelnen geht es heute gut!“  
Prim. Dr. Peter Hartl, Abteilung für Herz- und Thoraxchirurgie: „Vorteil der neuen Methode ist das Operationstrauma an sich zu reduzieren und möglichst niedrig zu halten, was nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgen und Kardiologen möglich ist. Wir sind das einzige Krankenhaus in Österreich, wo Spezialisten aus beiden Fächern an einem Operationstisch zusammenarbeiten. Der extrem wichtige Sicherheitsfaktor ist somit für den Patienten optimal gegeben.“
Krankheitsbild und die Folgen der Erkrankung
25 Prozent aller Menschen im Alter über 65 Jahre und 37 Prozent der über 75-Jährigen leiden an einer Verkalkung der Aorta-Klappensegel. Im höheren Lebensalter ist eine höhergradige Aortenstenose nicht selten die vielfach unerkannte Ursache einer Herzinsuffizienz, die Patienten sind oftmals nicht mehr in der Lage kurze Wege zu Fuß zu schaffen.
Dr. Bernd Eber: „Die Verkalkung stellt eine chronische Erkrankung dar. Ein aktiver entzündlicher Prozess liegt ihr zugrunde, auch genetische Ursachen können für die Erkrankung mitentscheidend sein. Zudem gelten als Risikofaktoren Alter, männliches Geschlecht, Rauchen und Bluthochdruck!“ Vielfach wird die Erkrankung auch über Jahre hinweg nicht erkannt, sondern erst in einem Spätstadium, wo einerseits das Krankheitsbild schon weit fortgeschritten ist, andererseits die Patienten oftmals schon ein hohes Alter aufweisen.
Die Lebenserwartung nach Auftreten der ersten eindeutigen Symptome ist demnach sehr gering und liegt im Durchschnitt bei zwei bis drei Jahren.
Dr. Peter Hartl: „Die einzig effektive Therapie ist in diesem Fall die Operation und damit die Beseitigung des mechanischen Problems! Standardisiert ist in diesem Falle der operative Klappenersatz, der bei jüngeren Patienten mit gutem Allgemeinzustand auch ohne Probleme durchgeführt werden kann“.
Mit zunehmendem Alter steigt jedoch das Operationsrisiko und auch die Begleiterkrankungen erhöhen das Risiko weiter deutlich. Das führte dazu, dass in den letzten Jahren 30 Prozent der über 75-Jährigen trotz schwerer Aorten-Klappenstenose nicht operiert werden konnten.
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