Sonntag, 23. Februar 2020 

welsÜberregionales | Kommentar | 13.01.2020

Hier Wünsche nach 30 Stunden & 6 Wochen Urlaub

Deutsche wollen länger arbeiten…

Rund 2,2 Millionen Erwerbstätige in Deutschland im Alter von 15 bis 74 Jahren wünschen sich eine längere Arbeitszeit. Den Unterbeschäftigten standen im Jahr 2018 insgesamt 1,4 Millionen Personen gegenüber, die kürzer arbeiten wollten, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) im Jänner mit. Unterbeschäftigte Personen hatten im Durchschnitt eine gewöhnlich geleistete Wochenarbeitszeit von 28,9 Stunden und wünschten sich eine Mehrarbeit von 10,6 Stunden.
Überbeschäftigte arbeiteten dagegen durchschnittlich 41,6 Stunden pro Woche und wünschten sich eine Verkürzung um 10,8 Stunden. Vollzeitbeschäftigte hatten insgesamt eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,4 Stunden, während Teilzeitbeschäftigte durchschnittlich 20,0 Stunden pro Woche arbeiteten.
Zwischen den Geschlechtern sowie regional gibt es jedoch deutliche Unterschiede: So ist die durchschnittliche gewöhnliche Wochenarbeitszeit bei den vollzeitbeschäftigten Männern im Westen mit 42,0 Stunden höher als im Osten mit 41,5 Stunden. Auch bei den vollzeitbeschäftigten Frauen liegt die Wochenarbeitszeit mit 40,3 Stunden im Westen höher als im Osten mit 40,1 Stunden, so die Statistiker.
Teilzeitbeschäftigte Frauen weisen dagegen in Westdeutschland mit 20,0 Stunden eine niedrigere gewöhnliche Wochenarbeitszeit auf als die teilzeitbeschäftigten Frauen in Ostdeutschland, deren Wochenarbeitszeit bei 24,4 Stunden liegt. Westdeutsche Männer in Teilzeitbeschäftigung haben ebenfalls eine niedrigere Wochenarbeitszeit von 17,1 Stunden im Vergleich zu 20,0 Stunden bei den ostdeutschen Männern in Teilzeit.
Vollzeittätige mit Wunsch nach einer Verringerung der Arbeitszeit wollen entsprechend ihre Wochenstunden im Westen stärker reduzieren als im Osten (Männer West/Ost:-11,5 Stunden/-10,3 Stunden; Frauen West/Ost: -11,2 Stunden/-9,5 Stunden).
Bei den Teilzeittätigen mit einem Wunsch nach Mehrarbeit zeigt sich diese Tendenz dagegen nicht: Das Ausmaß der gewünschten Erhöhung der Arbeitsstunden ist hier im Westen nicht höher als im Osten (Männer West/Ost: jeweils +16,9 Stunden; Frauen West/Ost: +12,0 Stunden/+12,7 Stunden). Im Westen äußern teilzeitbeschäftigte Frauen insgesamt seltener und im Ausmaß weniger stark den Wunsch nach einer Erhöhung der Arbeitszeit, auch wenn ihre gewöhnliche Wochenarbeitszeit niedriger als die der teilzeitbeschäftigten Frauen im Osten ist.
Und in unserem Land?
In Österreich wird zumindest medial berichtet, dass eigentlich 30 Arbeitsstunden in der Woche genug wären und für alle Arbeitskräfte wird 6 Wochen Urlaub gefordert. Dazu kommen 13 Feiertage und die Wochenenden – und schließlich 14 Gehälter. Dazu ein vielfach kostenloses Gesundheitssystem.
Das Jahr 2020 hat gezählte 251 Arbeitstage, sechs Wochen Urlaub wären minus 30. Von den insgesamt heuer 366 Tagen des Jahres würden so 145 freien Tagen insgesamt 221 Arbeitstagen gegenüberstehen. Für diese Anzahl an Arbeitstagen müssen insgesamt 14 Gehälter bezahlt werden. Umgelegt wären es dann ein Gehalt für 15 (!) Arbeitstage im Monat.
Übrigens: Aktuell Hauptgewinner ist der Staat angesichts der geringen Zinsen für die Schulden, weniger Aufwand für die Arbeitslosen, hohe Mehrwertsteuer-Einnahmen und sehr viel höhere Lohnsteuer-Einnahmen aufgrund der Rekordarbeitszahl. 
Detlef Heyss

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