Freitag, 19. Juli 2019 

welsWels Stadt | Politik | 05.05.2019

Busdrehscheibe auf dem KJ kein Zukunftsprojekt

Linienbusverkehr ist ein Politikum

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Busdrehscheibe auf dem KJ-Platz ist aktuell ein reines Politikum. Ginge es um eine echte Frage, dann müsste man zuerst einmal die Öffnung der Eisenhowerstraße abwarten, die seit vielen Jahren durch Einflüsse von aussen verhindert wird. Mit der Öffnung müsste sich auch eine völlige Neugestaltung ergeben.
Beim Bau der Westspange haben anerkannte Verkehrsexperten vor der Installierung einer Busdrehscheibe mitten im Herzen der Innenstadt gewarnt. Die Zeiten haben sich außerdem wegen der Vervielfachung von Bahnreisenden geändert. Die direkte Anbindung an den Hauptbahnhof ist daher das Gebot der Stunde. Deshalb ist die jetzige Befragung zu hinterfragen, außerdem müsste die Politik eine klare und sinnvolle Entscheidung treffen. Oder ist etwa schon klar, dass man wiederum versucht die Öffnung der eigentlich grotesken Einbahnregelung Eiserhowerstraße mit Hilfe von bestellten Experten zu verhindern?

Der praktisch der Stadt „geschenkte“ Linienbusverkehr mit Drehscheibe KJ-Platz müsste deshalb auch nicht die Hilfe (?) von Experten verteidigt werden. Grotesk wird es aber, wenn der von der eww-Gruppe eingesetzte Geschäftsführer im Rahmen einer Pressekonferenz die Sinnhaftigkeit der Buszentrale auf dem KJ-Platz unter anderem damit erklärt, dass der in jeder Hinsicht „verhunzte“ Kaiser-Josef-Platz im Mittelpunkt (?) der Stadt liegt.
Möglicherweise war damit aber auch nur die Innenstadt gemeint. Der Hauptbahnhof liegt ebenfalls noch in der Innenstadt und zusätzlich mehr im Mittelpunkt des Stadtgebietes. Der direkte Anschluss an die ständig stark steigende Bahnnutzung hat die Verlegung der Busdrehscheibe aktuell und möglicherweise zu einem Wunschort gemacht. Der bestehende Busterminal vor der Bahnhofcity könnte mit den Möglichkeiten im Osten des Hauptbahnhofes verbunden werden.  
Ein Blick zurück auf die Linienbus-Entwicklung
Die Stadt Wels könnte sich aufgrund des kostengünstigsten Linienbusverkehrs ein „goldenes Rathaus“ leisten. Als einst die Firma Stöttinger & Schierl in Wels für einen privat organisierten Linienbus sorgte, sprang die Stadt bald auf, um dies auch zu unterstützen.
Dank der Initiative vom damaligen Bürgermeister Bregartner wurde das E-Werk mit der Unterstützung und Übernahme der Kosten beauftragt. Inzwischen hat die eww-Gruppe den Linienverkehr als eww-Tochter gänzlich übernommen und das Unternehmen sab-tours sorgt für die Abwicklung. Der Busunternehmen war es aber auch, der die KJ-Drehscheibe entgegen aller Warnungen durchgesetzt hatte. 

Doch die eww-Gruppe muss einerseits für einen kostengünstigen Linienbus sorgen und zugleich erwartet die Politik ein gewinnorientiertes Unternehmen, von dem die Stadt „gar nicht genug“ Gewinn erwarten kann. Der deshalb auch sparsamst geführte Linienbus-Betrieb sorgt für einen doch geringen Abgang von jährlich rund 1,5 Millionen Euro.
Bild. Ständig suchen das Busunternehmen und die eww-Gruppe nach Verbesserungen, besonders auch bei der leichteren Übersichtlichkeit des Routenplanes. Ticket-Verkauf und Fahrschein-Kontrolle, Anruf-Sammeltaxi, Werbung auf Bussen, Betrieb des Info-Büros und Betreuung der Wartehäuschen sind nun Aufgaben der noch jungen eww-Tochter "Wels Linien GesmbH".
Kontinuierlich wird die Busflotte modernisiert: 13 der 32 Busse werden bis 2020 gegen vollklimatisierte ausgetauscht. Mehr Komfort gibt es auch, weil Fahrpläne via App und Internet abrufbar sind. An Haltestellen informieren Monitore über die Abfahrtszeiten (Echtzeit). Die Neuerungen werden frühestens Ende 2019 realisiert sein.

Linienbus im Focus der Politik
Trotz der für die Stadt äußerst positiven Kostenstruktur steht der Linienbusverkehr immer wieder im Focus von politischen Querelen. War es die ständigen Forderungen nach Betriebs-Verlängerungen in den Abendstunden oder den Wunsch nach einem Sonntagseinsatz, so stand und steht die unglücklich gewählte Busdrehscheibe auf dem KJ-Platz im Mittelpunkt der Kritik.
Bild. Wie schwierig die Platzierung der Busdrehscheibe auf dem KJ-Platz war zeigt die alles andere als glückliche Ausfahrt der Busse Richtung Osten.
Einst wäre genügend Platz
für eine Gesamtlösung für den lokalen Busverkehr vor dem Hauptbahnhof gewesen. Aber auch nach dem Bau der Bahnhofcity wäre eine Gesamtlösung möglich. Neu aufgeflammt ist die Diskussion durch den Wunsch einer gründlichen Neugestaltung des KJ-Platzes und den trostlosen Gebäudezustand östlich des Hauptbahnhofes.

Das schon seit Jahrzehnten leer stehende und abbruchreife Bahnhofspostamt soll groteskerweise in ein Ärztezentrum umgewandelt werden, anstatt dort eine neue Gesamtlösung zu suchen. Leider werden immer wieder Experten zur Unterstützung von eigenen Argumenten gesucht.
So gab es derartige Auswüchse beim Bau des Traunkraftwerkes in Marchtrenk (Expertisen von Wassergüte 1 bis 5 von Gutachtern), beim Bau der Westspange (gar nicht möglich bis umsetzbar) und beim Versuch die Eisenhowerstraße aus einer neuen Verkehrsplanung auszuschließen. Noch heute kommt ein unkundiger Stadtbesucher aus dem Westen zur sog. Sauna-Kreuzung, wo man diesen deutlich Richtung Pichl weisen möchte.
Bild. Durch die kostengünstige Einbindung der Schulbusse in den Linenverkehr fahren ganztags Gelenkbusse durch das Stadtgebiet, die den Anschein vermitteln, es würde das Busangebot nur spärlich genutzt werden.  

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