Sonntag, 19. August 2018 

welsWels Stadt | Sport | 12.05.2018

WELS unterstrich Titelanspruch und triumphierte auch

Dramaturgie TT-Staatsmeistertitel

SPG Walter Wels bestätigte auch heuer wieder die Vorherrschaft in der heimischen TT-Szene und holte sich am 12. Mai zum zweiten Mal nach 2014 den Staatsmeistertitel.
Die groteske Eigenheit im heimischen TT-Sport, nach der Meisterschaft in einem Finalturnier den Ersten noch einmal gegen den Zweiten um den Meistertitel spielen zu lassen, kosteten Petö & Co im Vorjahr nach einer Meisterschaft ohne Niederlage den Titel.
Zurückblick. Nach dem 3:3 in Baden gegen Stockerau siegten die Niederösterreicher in einem Kurzsatz und wurden überraschend Meister 2017. Wels-Präsident Humer protestierte erfolgreich gegen diesen Kurzsatz und so hätte heuer schon ein 3:3 beim Finale in Wels genügt. Und so war der Spielstand von 3:2 gegen Kapfenberg auch gleichbedeutend mit dem Meistertitel 2018 für SPG Walter Wels. Das Trio Robin Devos, Dominique Plattner und Zsolt Petö (mit Coach David Huber) holte für SPG Walter Wels den zweiten Staatsmeistertitel. In der Meisterschaft hatten die Welser zuletzt im März 4:0 (12:3 Sätze) gewonnen. Im Herbst gab es zudem einen 4:2-Erfolg in Kapfenberg, da war auch noch der Koreaner Seungmin Cho im Welser Team dabei.
Ein Blick zurück auf den 12. Mai 2018

Erste Enttäuschung machte sich breit. Besonders aufgrund des aufwändigen Vier-Tage-Programms für Auf- und Abbau in der Sporthalle Vogelweide und in zwei Nebenräumen hätte es das fleißige Organisationsteam hart getroffen, wenn auch heuer der Meistertitel verloren gegangen wäre. Bei sommerlichen Außentemperaturen und Schwüle in der Sporthalle sorgten die Spieler für eine Herausforderung der Nervenkraft - auch für die Fans, die unermüdlich für lautstarke Unterstützung sorgten.
Eine fast schon drohende Niederlage gegen Kapfenberg nach einem 1:2 in Spielen und 1:2-Satz-Zwischenstand im Doppel konnte nach sprichwörtlich heißen drei Stunden (!) noch in ein hart erkämpftes 3:2 umgewandelt werden. Entscheidend waren die beiden Einzelsiege von Robin Devos gegen Christoph Simoner (3:0) und gegen Frane Tomislav Kojic (3:0). Erfreulich aber auch, dass Zsolt Petö und Dominique Plattner sich im Doppel derart steigerten, dass sie aus einem 1:2-Satzrückstand noch einen 3:2-Erfolg ermöglichten. Der fünfte Satz endete sogar 11:2.
Es begann vorerst verheißungsvoll

Devos hatte gegen Simoner für das relativ klare 1:0 gesorgt, doch Petö konnte in einem dramatischen Spiel trotz zweimaliger 10:7-Führung keinen Satz gegen Kojic gewinnen. Eine Zitterpartie war dann aber auch das 1:3 von Plattner gegen David Vorcnik. So hatten zum Beispiel beim Satzstand von 1:1 im dritten Satz beide Spieler sechs (!) Satzbälle, doch der Kapfenberger war glücklicher und gewann diesen 20:18 (!) und den vierten Satz. So stand es plötzlich 2:1 für die Gäste.
Als dann Petö-Plattner, das erfolgreichste Doppel in der Meisterschaft (17:1-Bilanz), gegen Simoner-Vorcnik in Sätzen 1:2 zurücklagen, schien der Titelgewinn in der Hallenhitze buchstäblich zu schmelzen. Doch Petrö und Plattner steigerten sich noch in einen Spielrausch und gewannen das Doppel mit einem 11:8 und 11:2 in 3:2-Sätzen.
Der Zwischenstand von 2:2 in Spielen forderte nun noch einen Welser Einzelsieg, für den sorgte der enorm stark spielende Robin Devos nach harten Kampf mit einem Dreisatz-Erfolg gegen Kojic. Somit wurde das sechste Spiel unnötig und bei Spielern und vor allem Funktionären brachen alle Dämme. Vor allem Präsident Berhard Humer und Organisationschef Gerhard Demelbauer konnten ihr Glück nicht mehr verbergen. Für Vizebürgermeister Sportreferent Gerhard Kroiß bedeutete dies den ersten Staatsmeistertitel seit seiner Übernahme der Sportagenden.
Zusatzapplaus. 20 bis 25 Freiwillige waren vier Tage im Einsatz und nützten den Feiertag sowie den schulfreien Zwickeltag für den Auf- und Abbau eines Meisterschaftsabschlusses, in dem es um die etwas eigenartigen Platzierungen in den einzelnen Klassen ging. Bei den Damen gab es wiederum ein Linz-Duell und neuerlich den Titel für Linz AG Froschberg mit der aktuellen Nr. 1 in Europa Sofia Polcanova.
Herausragend für den TT-Sport in Österreich sind auch die Liveübertragungen von sportonlive.at im Internet, wobei die Zuschauer genüsslich und stressfrei daheim die Spiele verfolgen können. Und auch in späterer Folge! Dazu ein Kurzfilm über die Jubelstimmung nach dem Erfolg (gute vier Minuten - siehe unten) und in späterer Folge ein ausführlicher Filmbeitrag von Hubert Huemer und seinem Kamera-Team. Dabei auch zu sehen Coach David Huber und das Nachwuchstalent Christian Friedrich. Leider verlässt der Belgier Robin Devos Wels und wird in der nächsten Saison in Deutschland für TTC Jülich spielen.

SPG Walter Wels - Kapfenberg 3:2
1:0 Robin Devos - Christoph Simoner 3:0 (11:5, 12:10 nach einem Satzball für Simoner, 11:5).
1:1
Zsolt Petö - Frane Kojic 0:3 (10:12 nach 10:7 Führung für Petö, 7:11, 11:13 nach wiederum 10:7 für Petö).
1:2 Dominique Plattner - Davic Vorcnik 1:3 (12:10 nach 6:9 und einem Satzball von Vorcnik, 10:12, 18:20 jeweils sechs Satzbälle für beide Spieler und 8:11 im 4. Satz).
2:2 Doppel Plattner/Petö gegen Simoner/Vorcnik 3:2 (10:12, 11:6, 8:11, 2:2 mit einem 11:8 und mit einem klaren 11:2).
3:2 Robin Devos - Frane Kojic 3:0 (12:10 und 12:10 im 2. Satz nach 6:8-Rückstand, 11:7 nach 3:6-Rückstand).
Dritter wurde im Finalturnier SPG Linz mit einem 4:2-Erfolg über Titelverteidiger Stockerau.

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