Samstag, 4. Juli 2020 

welsÜberregionales | Kommentar | 14.10.2011

Wie sich der Mensch oft als Politiker stark verändert

Die politische Präpotenz-Pille...

Zwar nicht typisch nur in der Politik, sondern in der Regel durch die plötzlich erlangte Position: Oft wird aus einem zuvor sympathischen und zugänglichen Menschen eine Art Machtpolitiker, der sich in seiner Funktion überschätzt, Ideen oder sachlicher Kritik verschließt und versucht sein neu gewonnenes „Ego“ in seiner Tätigkeit auszuspielen.
Der Tiroler Thomas Müller (Bild), Kriminalpsychologe und gern gesehener Vortragender, hat zuletzt bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank Wels den Zuhörern ins Gewissen gesprochen: „Nehmen sie sich nicht selbst so wichtig, suchen sie stets den persönlichen Ausgleich.“
Gut zugehört? Auch Politiker waren unter den Zuhörern, denen durchwegs der fast einstündige Vortrag in einem vollbesetzten Saal im Schloss Puchberg nicht zu lange wurde. Thomas Müller, der durch die Polizeiarbeit in den Kriminalpsychologischen Dienst kam, hat sich auch international durch seine klaren Aussagen einen Namen gemacht.
Menschlich bleiben. Ob Magister oder später auch Doktor im Bereich der Psychiatrie, Thomas Müller strotzt zwar vor besonderem Selbstvertrauen, ist aber als Mensch auf dem Boden geblieben. Wie es allerdings nur wenige schaffen, die offensichtlich oder anscheinend Erfolg haben - ein leuchtendes Beispiel ist in unserer Region Karl Ploberger als „Gärtner der Nation.“  
Thomas Müller hat sicherlich durch seine Tätigkeit mit Straftätern viel Erfahrung gesammelt, doch in seinen Vorträgen spricht er vor allem seine Zuhörer ganz persönlich an. Oft versprühen Psychologen einen Hauch von Eigenartigkeit, Thomas Müller hat den klaren Blick in die menschliche Seele nicht verloren und kann die klaren Aussagen auch entsprechend unterhaltsam vortragen.
Auch so manchem Lokalpolitiker würde es gut tun diesen Aussagen nicht nur zu lauschen, sondern die „müllerischen“ Tipps auch in der eigenen Lebenspraxis umzusetzen. Dann würde so mancher sinnvoller Wunsch aus der Bevölkerung nicht gleich nur als unsachliche Kritik aufgenommen werden.
Eigenkontrolle. Und was für die praktizierenden Politiker noch wichtiger ist: Seine Möglichkeiten aus dem Steuergelder-Topf nicht schamlos für eigene Befindlichkeiten auszunützen oder Mitarbeiter einfach ohne echte Kontrolle ruhig werken lassen. Beispiele auch in Wels jederzeit zu belegen.
heyde
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