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welsWels Stadt | Sport | 27.11.2010

Am 10. Dezember in Wels gegen Saarbrücken

TT-Sensation durch SPG Walter

Wels schreibt TT-Geschichte und bezwingt den Franzosen-Goliath: Am 26. November 2010, einen Tag vor den Serien-Sportsiegen aus Österreich (Jukic, Gottwald, Springerteam, Walchhofer), schaffte das Team von SPG Walter Wels in der 3. ETTU-Runde nahe von Bordeaux (Frankreich) die Sensation: Wels siegte gegen den hohen Favoriten SAG Cestas 3:1 und spielt jetzt im Viertelfinale am FREITAG (10.12.) in der SH Vogelweide gegen die deutsche Supertruppe von TTC Saarbrücken.
Kurz nach 22.00 Uhr war es im Palais du Sport in Cestas bei Bordeaux soweit. Der Underdog aus Wels – die SPG Walter - schaffte an diesem Abend eine sportliche Sensation. Spieler, Betreuer und die beiden mitgereisten Funktionäre (Obmann Gerhard Demelbauer und Präsident Bernhard Humer) lagen sich in den Armen, wobei keiner noch so recht das Unglaubliche realisieren konnte.  
Eindrucksvoller Sieg. Mit einem gegen den klaren Favoriten nicht zu erwartenden 3:1-Erfolg zogen die Messestädter unter die besten 8 Teams im europäischen ETTU Cup. Ein Erfolg der beweist, dass die Messestädter auch auf der europäischen Bühne nunmehr endgültig angekommen sind. Davor lagen aber über zwei Stunden Kampf und Aufopferung aller Welser Spieler.
„Held des Abends“ aus Sicht der Gäste war aber sicherlich der ungarische Haudegen und Teamspieler Ferenc Pazsy (Bild), der an diesem Abend wie zu seinen besten Zeiten in der deutschen Bundesliga agierte und förmlich über sich hinauswuchs.
Der Ungar gewann sowohl sein Auftaktspiel gegen die aktuelle Nummer 84 der Welt, den Chinesen Liu Song, wie auch in der Folge die Partie gegen Lubomir Pistej, den Slowaken und ebenfalls ein Top 100 Spieler, letztlich beide Male durchaus sicher und verdient mit 3:1 in Sätzen.
Herausragend bei Ferenc Pazsy (Bild unten links) war dabei seine Beinarbeit, die es ihm ermöglichte immer richtig zu den teilweise extrem schnellen Konterbällen, vor allem des Chinesen, zu stehen. Druckvoll wie eh und je das Vorhand-Topspinspiel, das vor allem Liu Song teils vor unauflösbare Probleme stellte. Auch der Slowake Pistej hatte immer wieder gegen das Tempospiel des Ungarns das Nachsehen, wobei Paszy gegen den Slowaken auch viele Direktpunkte mit seinem „giftigen“ Unterschnittservice machte.
Den dritten Punkt für die Welser zum Sieg steuerte der Jüngste in der Halle, der erst 20-jährige Dominique Plattner (Bild unten rechts), gegen den Ersatzmann von Cestas, Arnaud Combes, bei. Der Wels-Youngster ließ sich dabei auch von den rund 500 Franzosen in der Sporthalle nicht aus der Ruhe bringen. „Rein formell war ich gegen den Ersatzmann Combes zu favorisieren, doch hatte dieser auch die viele lautstarken Südwestfranzosen auf seiner Seiten, was für mich nicht leicht war“, so Dominique nach dem Sieg.
Pistej - Demeter 1:0 (3:1/5:11, 11:8, 11:9, 14:12), Liu - Pazsy 1:1 (1:3/12:10, 7:11, 8:11, 11:13), Combes - Plattner 1:2 (0:3/9:11, 4:11, 8:11), Pistej - Pazsy 1:3 (1:3/11:8, 12:14, 5:11, 10:12).
SPG Walter Wels - Ein Blick zurück
In Abwandlung an den biblischen Kampf zwischen David und Goliath wurde das Auswärtsspiel der SPG Walter Wels an der Tischtennisplatte kommenden Freitagabend in der Nähe von Bordeaux in der Runde der letzten 16 im ETTU Cup gegen die französische Topmannschaft von SAG Cestas gesehen.
Schon der Vergleich der Weltranglisten-Platzierung der Franzosen sprach formal eine eindeutige Sprache. Mit Liu Song (Nummer 79), Lin Ju (Nummer 84 - verletzt) und Lubomir Pistej (Nummer 99) verfügen die Mannen aus dem Südwesten von Frankreich dem Distrikt Gironde über drei Topleute an der grünen Platte.
Die beiden "Chinesen" Liu Song und Lin Ju verfügen über Pässe von Argentinien und der Dominikanischen Republik und auch der dritte im Bunde Lubomir Pistej ist kein Franzose, sondern gebürtiger Slowake. Mithin hätte man sagen können, dass die "Welsauswahl" auf eine echte Weltauswahl zumindest der Herkunft nach traf.
Optimismus-Erfolg. Obmann Gerhard Demelbauer, der gemeinsam mit den Spielern, Trainer Edi Veco und Präsident Bernhard Humer die Reise per Flugzeug über Paris in die Weinstadt Bordeaux antrat, nahm eine Portion Optimismus mit an Bord. Das sollte sich auszahlen.

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