Sonntag, 9. August 2020 

welsWels Stadt | Kommentar | 20.10.2010

Innenstadt-Chancen nur GEMEINSAM nutzbar

Einzelprojekte kontra Masterplan

Die Idee Politik und Wirtschaft in ein gemeinsames Planungsboot zu setzen, haben die Planer aufgeschreckt. Wie sinnvoll die neu gebildete Gruppe von engagierten Wirtschaftsreibenden vorerst ohne Architekten ist, zeigen die Reaktionen aus diesen Kreisen.
Doch Einzelprojekte sollten auf dem so wertvollen Gelände endlich der Vergangenheit angehören. Nur Gemeinsamkeiten zwischen engagierten Wirtschaftstreibenden und Politikern könnten wirklich einen sinnvollen Zukunftsplan nicht nur für das gesamte Messegelände, sondern vielleicht auch darüber hinaus entstehen lassen.
Die lange Welser Messegeschichte:
Nachholung versäumter Gelegenheiten
Hätten die in den 70iger Jahren agierenden Politiker und der damalige Messedirektor das Welser Messegelände nicht jahrzehntelang vor „äußeren Einflüssen“ geschützt, wäre heute WELS das Messezentrum Österreichs. Dazu hätte es aber eines Umzugs entweder auf das Flugplatzgelände oder in den Nahbereich der Autobahn bedurft.
Warum? Weil Wels inmitten von Mitteleuropa und an allen wichtigen Autobahn-Schnittpunkten liegt. Nicht nur Messebesucher aus ganz Österreich (Wien ist ost-lastig, Salzburg west-lastig) haben kurze Anreisewege, aber auch aus den Nachbarländern ist Wels leicht erreichbar.
Der Zukunftsidee das Welser Messegelände auf das Flugplatzareal zu verlegen, fehlte damals die gemeinsame Planung von Wirtschaft und Politik. Bei einem organisiert getragenen Projekt wäre man vielleicht auch auf die Idee gekommen, andere nutzbare Flächen im Autobahn-Nachbereich in die Planung einzubeziehen.
Ohne Profilierung. Jetzt sollte man aber das Gelände im Innenstadt-Bereich so für die Zukunft gestalten, dass Messe und Innenstadt davon profitieren. Für ein noch lebenswerteres Wels ohne persönliche Profilierungen und auch zum Wohle der neuen Attraktion WELIOS und der Wiederbelebung des Volksgartens.
Energiesparmesse und Brigitte Dallinger
Die erste positive Zukunftsentwicklung auf dem Messegelände begann mit der Energiesparmesse und Ing. Wolfgang Neumann, der die Stadtväter zu einer Modernisierung drängte. Doch anstatt des damaligen Sanierungsprojekts des Energievordenkers um 70 Mio. Schilling, wurde mit Hilfe von E-Werk-Gewinnen (Verkauf von Kanal und Wasser) mehr als 450 Mio. Schilling in das Messezentrum Ost verbaut.
Mit dem teuren Effekt eine Messehalle 1 mit viel zu wenig Ausstellungsfläche zu bauen, ein kostenintensives Europacenter im Obergeschoss der Messehalle 8 einzurichten und jegliche Gedanken für ein Gesamtkonzept zu verwerfen. Allerdings konnte kaum jemand diese positive Entwicklung der Welser Messe erwarten.
Die Energiesparmesse sorgte für das Zukunfts-Standbein im Messebereich und löste damit auch die starke Herbstmesse ab. Den weiteren Anstoß gab Brigitte Dallinger, die sich nicht in die Pension verabschiedete, sondern als Kurzzeit-Messedirektorin die positivsten Akzente der gesamten Messegeschichte setzte.
Wozu auch Vizebgm. Hermann Wimmer beitrug, der den Wunsch nach einer Großinvestition für die imposante neue Messehalle 20 mit einem machbaren Finanzierungsmodell ermöglichte. Leider konnte die inzwischen doch in Pension gegangene Messemanagerin die Ernte ihres Engagement von außen nur noch kurz miterleben. Sie starb im Jänner 2007.
Zukunftsperspektiven. Wer die Entwicklung des Messegeschehens in jüngster Zeit beobachtet hat, weiß von der aktuellen großen wirtschaftlichen Bedeutung des Messeplatzes Wels. Hier haben sich die jüngsten Investitionen sicherlich bezahlt gemacht.      
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