Dienstag, 11. Dezember 2018 

welsÜberregionales | Wirtschaft | 14.11.2018

Erstaunliches Flusskraftwerk an der Traun entsteht

Vorfreude auf neuen Öko-Strom

Auch wenn die Baustelle so gut wie nicht zu sehen ist, alleine schon der Bau eines Wasserkraftwerkes in einem Naturschutzgebiet ist schon eine Sensation für sich und spricht für die gründliche Vorplanung.
Und auch für die heimische Bevölkerung wird die Fertigstellung interessant, denn etwas oberhalb des Gemeindegebietes entsteht bis 2020 ein besonderes Naherholungsgebiet.
Ab November 2019
wird das neue Flusskraftwerk an der Traun der Wels Strom GmbH mit insgesamt 91 GWH Jahresleistung die kommunale Versorgung von rund 30.000 Haushalten der Stadt Wels mit erneuerbarer Energie nachhaltig sichern. Im Oktober 2017 wurde das zukunftsweisende Projekt gestartet und erfordert eine Investition von rund 48 Millionen Euro. Durch eine neue Turbinenanordnung und größere Fallhöhe wird 80% mehr Leistung produziert und gleichzeitig 85.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.
Das neue Kraftwerk wird sich aufgrund neuer technologischer Möglichkeiten völlig unauffällig und attraktiv in die Natur einfügen. Vom Zufluss aus wird der neue Ökostromerzeuger nicht sehen sein. Der Naturraum des Natura 2000 Europaschutzgebietes wird aufgewertet und entspricht voll den Anforderungen der Umweltverträglichkeitsprüfung.

Langfristig geplant, unauffällig der Bauablauf
In Zeiten wie diesen ein Wasserkraftwerk zu bauen, noch dazu in einem Europa-Naturschutzgebiet, erfordert eine hohe Investitions-Bereitschaft und eine langfristige Planung. Die beiden neuen Kaplan-Turbinen aus dem Hause Andritz sind auf einen Durchlauf von 150 m3 pro Sekunden ausgelegt. Ein geringer Traun-Wasserlauf von derzeit 44 m3 pro Sekunde ist nur wegen der Bauphase positiv. Die zusätzliche Hochwasser-Sicherung am Saager Damm mit Betonquadern hatte noch keinen Kontakt mit Wasser aus der Traun. Ein Luftbild aus den Westen auf das alte Traunwehr mit bisher noch nicht benötigten Hochwasser-Zusatzschutz und dem bereits festiggestellten Zulauf zum neuen Kraftwerk, das man nach Fertigstellung nicht direkt sehen wird.
Das Positivste bei der Umsetzung des Kraftwerk-Projekts war die langfristige Vorplanung, die Geschäftsführer Ing. Friedrich Pöttinger schon vor Jahren mit dem damaligen GF DI Ernst Inführ gestartet hatte. Mit der freiwilligen Umweltverträglichkeitsprüfung ist man jedem unnötigen und vorzeitigen Einspruch gegen den Bau zuvorgekommen. Glück hatte man auch mit der Bauausschreibung, geradezu dieser Zeit war die Baukonjunktur alles andere als erfreulich.

Am 28. September 2017 fand der Spatenstich für das neue Flusskraftwerk Traunleiten am Westrand des Welser Stadtgebietes statt. Das rund 106 Jahre (seit 1901) bestehende alte Kraftwerk wurde abgestellt und die Bauarbeiten für den Neubau mit umfangreichen Erdarbeiten der ARGE Felbermayr-Porr waren bereits gestartet. Als Bauleiter setzte die Energie AG einen erfahrenen Kraftwerksbauer ein. Ein Luftbild vom alten Traunkraftwerk, das über 100 Jahre zur Stromerzeugung gedient hat und dessen etwas unterhalb im Bau befindliche Ersatz eine wesentlich höhere Leistung erbringen wird.
Hohe regionale Wertschöpfung
Die Wels Strom GmbH, ein Tochterunternehmen der eww-Gruppe und der Energie AG, schafft mit dieser hohen Investition für Versorgungssicherheit mit regionaler Wertschöpfung: Während der zweijährigen Bauzeit werden in Wels und Umgebung durch dieses Projekt rund 500 (!) Arbeitsplätze gesichert. Als Finanzierungspartner ist die Raiffeisenbank Wels mit an Bord.
Bei der Halbzeit-Präsentation hob Geschäftsführer Ing. Friedrich Pöttinger dieses Top-Projekt hervor, das in dem Ökostrom Vorzeigeland OÖ mit hoher regionaler Wertschöpfung und damit Partnerfirmen und Planern vor Ort umgesetzt wird. Natur, Umwelt und Technik sind hier im Einklang, diese Kombination steht an vorderster Stelle. Neben dem bereits bestehenden Fischaufstieg entsteht noch ein Umstieg bzw. Tunnel. Zusätzlich ist eine Steilwand bzw. Bruthügel (Bild) im Natura-2000 und Europäischen Vogelschutzgebiet geschaffen worden.

Für die Bevölkerung besonders erfreulich: Nach Fertigstellung wird hier zusätzlich ein vielseitiges Naherholungsgebiet geboten werden. „Strom aus erneuerbaren Quellen wird auch in den nächsten Jahrzehnten Öl im Getriebe der Digitalisierung sein und wir errichten hier unter Wahrung von Sicherheit, Kosten, Anrainer und Umwelt ein Kraftwerk für Generationen“, so der für Technik verantwortliche Geschäftsführer DI Franz Gruber.
Beim alten Wehr in Gunskirchen werden auch die Metallklappen getauscht, dazu müssen die Fundamente erneuert werden. Der Investor benötigt dies als Ergänzung für den UVP-Bescheid. Ob oberhalb ein oft gewünschter zusätzlicher Traunsteg gebaut wird, ist eine Angelegenheit der Gemeinden. Das neu gestaltete Naherholungsgebiet kommt gleich vier Gemeinden zugute (Steinhaus, Gunskirchen, Thalheim und Wels).
Die aktuellen Entwicklungen und Informationen zum Wasserkraftwerk-Projekt inklusive eindrucksvoller Luftaufnahmen sind zu finden unter www.welsstrom.at/kwt
Helmut Moser und RTV haben einen Filmbeitrag dazu veröffentlicht!

 

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