Dienstag, 11. Dezember 2018 

Wels Land | Geschehen | 22.10.2018

Wels und acht Umlandgemeinden planen gemeinsam

STADTREGION setzt Merkzeichen

Bekanntlich spießt es auch in Oberösterreich bei Versuchen von sinnvollen Gemeinde-Zusammenlegungen. Das beginnt schon bei der Namensfindung. Solange die regional selbstständige Kommunalsteuer verordnet ist, wird sich daran auch kaum etwas ändern. Was aber eine Zusammenarbeit auf einer gemeinsamen Ebene bringen kann, zeigt alleine schon die Idee der Traun-Belebung durch ein fest verankertes Traun(m)schiff. Bei fortgesetztem Zusammenhalt könnte die Idee auch umsetzbar sein!
Es war daher doppelt sinnvoll Ende 2016 eine verstärkte Zusammenarbeit der Stadt Wels und acht Umlandgemeinden im Sinne einer stadtregionalen Strategie zu beschließen. Wels, Buchkirchen, Gunskirchen, Holzhausen, Krenglbach, Schleißheim, Steinhaus, Thalheim und Weißkirchen haben sich bereits auf gemeinsame Leitziele und mögliche Umsetzungsprojekte geeinigt. Leider hat sich bisher Marchtrenk nicht daran beteiligt. Die Schiff-Bilder sind nur beispielhaft, man muss auch die Breite der Traun berücksichtigen.
Hintergrund der Entscheidung: Die Gründung des Forums „Stadtregion Wels“ durch die Bürgermeister der neun Kooperations-Gemeinden sorgt für die Teilnahme am Programm „Investition in Wachstum und Beschäftigung Österreich 2014-2020“ (IWB). Dieses fördert die Kooperation zwischen Städten und ihren Umlandgemeinden bei der Entwicklung einer gemeinsamen Strategie sowie bei der Umsetzung von Projekten in den Bereichen Siedlungsentwicklung und Nahmobilität. Diese wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Oberösterreich mitfinanziert.
Die Stadtregion Wels ist eine der bedeutendsten nicht nur in Oberösterreich hinsichtlich Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft sowie als Verkehrsknotenpunkt. Gleichzeitig finden sich hier unterschiedliche Siedlungstypen von urban bis dörflich.
Die Stadtregionale Strategie dient als Raumordnungsrahmenplan, um die Entwicklungen in der Region auf einen Nenner zu bringen: Denn die großen Zukunftsaufgaben enden nicht an den jeweiligen Gemeindegrenzen, sondern gehen über diese hinaus. Daher suchten die Stadt und ihre Umlandgemeinden nun schon seit fast zwei Jahren gemeinsame Antworten:

Was können die Gemeinden dazu beitragen und was kann die Stadtregion für jede einzelne Gemeinde leisten? Im Sinne einer gemeinsamen Entwicklung sollen Grundzüge künftiger Planungen und Umsetzungs-Projekte auch gemeinsam formuliert werden.
Stadtregion-Leitziele Landschaft
Die Stadtregion Wels ist von großzügigen Grünzügen geprägt. Diese haben zentrale Funktionen für Ökologie und Naturschutz, Naherholung und Freizeit. Leitziele in diesem Bereich sind etwa:
+ „Grüngürtel Wels“ als raumstrukturierendes Gerüst der Stadtregion etablieren
+ Die Stadt und ihr Umland mit Grünkorridoren vernetzen
+ Naturschutz und Naherholungsmaßnahmen aufeinander abstimmen

Stadtregion-Leitziele Siedlung
Hinsichtlich Bevölkerungswachstum liegt der Entwicklungsschwerpunkt eindeutig auf dem Gebiet der Stadt Wels selbst. In der gesamten Stadtregion geht es vor allem um die Qualitätssteigerung der Gemeinden beziehungsweise ihrer Ortskerne. In diesem Bereich einigte sich das Forum beispielsweise auf folgende Leitziele:
+ Innenentwicklung vor Außenentwicklung: Ein Drittel des künftigen Wachstums im Bestand
+ Zentrale Funktionen der Ortskerne stärken und ausbauen
+ Entwicklung von zukunftsfähigen städtischen Quartieren

Stadtregion-Leitziele Wirtschaft
Die Stadtregion Wels ist einer der stärksten Wirtschaftsräume nicht nur in Oberösterreich, sondern auch in ganz Österreich. In der Stadt und den Gemeinden haben die professionelle Förderung und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sehr hohe Priorität. Hier gibt es u.a. folgende Leitziele:
+ Abgestimmte Lösungsansätze zur Sicherung der Flächenverfügbarkeit
+ Stadtregion als attraktiven Standort für innovative und zukunftsfähige Branchen vermarkten
+ Gemeinsame Entwicklungsstandards für Betriebsgebiete

Stadtregion-Leitziele Mobilität
Umweltfreundliche und nachhaltige Fortbewegungsarten sollen weiter gestärkt werden. Dazu braucht es eine gute Abstimmung der Siedlungsentwicklung mit der Erschließung für den Öffentlichen Verkehr und den Radverkehr. Der weitere Ausbau des Radwegenetzes, Lückenschlüsse im bestehenden Netz und die Qualitätsverbesserung bestehender Anlagen können einen wesentlichen Beitrag für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung leisten.
Die Leitziele konzentrieren sich daher hier zu einem großen Teil auf den Radverkehr:
+ Verpflichtende Erschließung von Wohn-, Betriebs-, Einkaufs- und Freizeitstandorten mit Radverkehrsanlagen
+ Erschließung von bestehenden großem Betriebs- und Einkaufsstandorten mit dem Rad-verkehr
+ Radverkehrsanlagen (Radnetz, Radabstellanlagen, Bike & Ride-Orientierungssystem)

Mögliche Umsetzungsprojekte
Zusätzlich zu diesen Leitzielen haben die Vertreter des Forums „Stadtregion Wels“ Projekte zur Fördereinreichung beim EFRE-IWB-Programm ausgewählt. Dabei geht es zum einen um zwei Großprojekte in den Marktgemeinden Thalheim (Traunschiff) und Gunskirchen (Freizeitanlage), zum anderen um den Ausbau des regionalen Radwegenetzes mit dem Hauptaugenmerk auf Lückenschlüssen.
Beispiele aus der Stadt Wels sind etwa eine neue Führung des Landesradweges „R19 Panoramaweg“ entlang der A 25 Innkreis Autobahn Richtung Krenglbach, ein in beide Richtungen führender Radweg südlich der Voralpenstraße sowie die Entschärfung der gefährlichen S-Kurve auf den Landesradwegen R4 Traunradweg und R6 Römerradweg in der Lottstraße.


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