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welsÜberregionales | Wirtschaft | 15.06.2017

Ein Welser sorgt jetzt für medizinische Schlagzeilen

Künstliche Intelligenz als Helfer

Der Welser Daniel Mattes (Bild) startete einst mit der Firma „Jajah“ im Bereich Internet-Telefonie, verkaufte diese später an den spanischen Telefonica-Konzern um mehr als 200 Millionen Dollar. Dann folgte das Online-Bezahlservice „Jumio“. Mit seiner dritten und aktuellen Firma „42.cx“ hat sich der Investor nun dem Thema Künstliche Intelligenz verschrieben. Seine Supercomputer sollen nun dabei helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen speziell in Entwicklungsländern zu erkennen und zu heilen. 
Pilotprojekt. Mattes Firma unterstützt damit die mobilen Ärzteteams von "The Heart Fund". Es ist ein Pilotprojekt von 42.cx, das Daniel Mattes mit seiner Forschungsfirma mit Büros in Linz und Wien bekannt gegeben hat. Damit wird eine Partnerschaft vereinbart, die der privaten Organisation zur Heilung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hilft.
Die Organisation hat mobile Ärzteteams, die in Entwicklungsländern unterwegs sind und so Kindern Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglichen. Diese Teams sollen künftig durch die Supercomputer von Mattes in ihren Diagnosen unterstützt werden. Ziel ist es, Gesundheitsprobleme mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz zu lösen.
Tausende Krankendaten gespeichert
Daniel Mattes: „Ich will wissenschaftliche Erkenntnisse mit der Gemeinschaft teilen und einen Beitrag dazu leisten“. Durch die Partnerschaft erhalten die KI-Wissenschaftler Zugang zu tausenden Elektrokardiogrammen, Blutbildern und Krankheitsbildern. Anhand dieser anonymisierten Daten werden die eigens entwickelten Supercomputer trainiert. Bis Jahresende sollen die "künstlichen Doktoren" fertig sein.

„Mit unserer Technologie kann eine hoch qualifizierte Diagnose an tausenden Orten der Welt gleichzeitig erstellt werden", unterstreicht Mattes. Das Vorhersagesystem soll auf mobilen Endgeräten wie Tablets laufen. Der lokale Arzt, der zum Bei8spiel in Südafrika praktiziert, könne dadurch ebenso präzise Diagnosen wie Herzspezialisten in New York machen. Denn Mattes Ziel ist nicht Ärzte zu ersetzen, sondern sie durch Künstliche Intelligenz zu unterstützen.
Die Firma „42.cx“ forscht im Bereich Medizintechnik, aber auch zu Themen wie digitales Marketing und Finanzmarkt. Künstliche Intelligenz könne große Beiträge leisten, wenn ethisch korrekt damit umgegangen werde, unterstreicht der erfolgreiche Unternehmer.
Als fragwürdig bezeichnet er den Einsatz rund um die Digitalisierung der Gedanken. Vor allem der jungen Generation fehle das Bewusstsein dafür, dass sie über Facebook, Instagram & Co viel zu viel Persönliches weitergeben. "Diese Informationen lassen sich kategorisieren und die Menschen damit letztlich manipulieren."
Nach seinen Erfolgen mit dem Internet-Telefondienst „Jajah“, den er 2009 um rund 207 Millionen US-Dollar an die spanische Telefonica verkauft hat, und dem Online-Bezahlservice „Jumio“ hat der Welser Daniel Mattes nun sein drittes IT-Unternehmen gegründet. Diesmal fokussiert er sich auf die Kommerzialisierung von Künstlicher Intelligenz.
Warum „42.cx“? Für Wissenschaftler ist das eine magische Zahl geworden. In dem Kultfilm „Per Anhalter durch die Galaxy“ gibt ein Computer auf jede Frage die ultimative Antwort „42“.

Daniel Mattes ist Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der 42.cx AG. Die Firma hat Büros in Wien und in der neuen Werft in Linz. Mit dem Softwarezentrum RISC in Hagenberg besteht eine Zusammenarbeit. Bruno Buchberger ist Berater von Mattes Firma.

Das internationale Team besteht aus 20 Mitarbeitern, davon 15 fixen Wissenschaftlern unter anderem aus Russland, Deutschland und den USA. „Wir können auf bis zu 40 Fachleute zugreifen“, erläutert Mattes. Zu seinem Team zählen führende Experten aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Mathematik und Physik.

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