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welsÜberregionales | Geschehen | 31.12.2020

Vorbild-Bundesland zeigte bei Energiesparmesse auf

Energiewende in Oberösterreich

MÄRZ 2024. Die wirtschaftlich so wichtige Energiesparmesse in Wels ist mit einem großén Besucherandrang und viel Interesse an Investionen zu Ende gegangen. Es war wieder ein Schaufenster der Innovationen zur Energiewende. Für den zuständigen Landesrat Markus Achleitner wurde in Wels das aktuelle Messe-„Hochamt“ präsentiert, wobei sich das Gastgeber-Bundesland vor der besten Seite zeigte!
Die aktuellen Zahlen der Statistik Austria belegen, dass unser Bundesland weiterhin Spitzenreiter bei erneuerbaren Energien ist: Oberösterreich ist im Bundesländervergleich führend bei Wasserkraft, Biomasse, Sonnenenergie und Geothermie.
Die rasche Umsetzung der Energiewende ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Sie schont die Umwelt und die eigene Geldbörse, zugleich schafft sie Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Oberösterreichs Energietechnologie-Unternehmen. Umso erfreulicher ist es daher auch, dass beim PV-Ausbau unser Bundesland einen erfreulich deutlichen Zuwachs verzeichnet.
2023 alle 20 Minuten eine neue PV-Anlage
So wurden in Oberösterreich insgesamt 25.600 neue PV-Anlagen, um 40 % mehr als 2022 montiert, bei der PV-Leistung gibt es sogar eine Steigerung um 75 %. Umgerechnet aufs gesamte Jahr wurde praktisch alle 20 Minuten eine neue Anlage installiert. Dies entspricht einer Gesamtleistung von 480 MW.
Bis 2030 Sonnenstrom-Erzeugung verzehnfachen. Oberösterreich hat sich beim Umstieg auf erneuerbare Energien ehrgeizige Ziele gesetzt: Die Erzeugung von Sonnenstrom bis zum Jahr 2030 soll sich verzehnfachen. Unser Bundesland liegt sogar schon deutlich über dem Zielerreichungspfad in Richtung 200.000 Anlagen mit 3.500 MW.
LR Markus Achleitner: „Die Streichung der Mehrwertsteuer bei PV-Anlagen, für den wir uns erfolgreich beim Finanzminister eingesetzt haben, wird einen weiteren Schub beim PV-Ausbau bringen. Aber auch die Energiespeicher spielen eine Schlüsselrolle bei der Integration erneuerbarer Energien und der Gewährleistung der Versorgungssicherheit.
Mit der Mehrwertsteuerbefreiung für Solarstromspeicher, wenn sie mit einer neue PV-Anlagen mit errichtet werden, gibt es eine Förderung. Falls aber schon eine PV-Anlage vorhanden ist und diese jetzt mit einem Speicher ergänzt werden soll, gibt es derzeit noch keine Förderung - bis zu einer nutzbaren Speicherkapazität von 50 kWh sollte dies auch möglich sein.“
Außerdem fehlt zur Förderung von größeren PV-Anlagen nach wie vor die entsprechende Bundesverordnung seitens des Klimaministeriums, während bei den privaten PV-Anlagen durch die Senkung der Mehrwertsteuer die Förderbedingungen feststehen, hängen die Anlagen über 35 kW und die Anlagen von Unternehmen wegen der fehlenden Bundes-Verordnung in der Luft.“ Anmerkung: Bundesministerin Gewessler versprach bei der Eröffnung dieses Manko auszubessern.
Ausblick auf OÖ. Energiebericht 2023
Die ersten Zahlen aus dem OÖ. Energiebericht 2023, der gerade erstellt wird, liegen auf dem Tisch. Sie zeigen ebenfalls, dass Oberösterreich schon jetzt ein Land der erneuerbaren Energien ist. Der Ölverbrauch ist weiter zurückgegangen und hat 2022 seinen Tiefststand seit 25 Jahren erreicht. Ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs kommt aus nachhaltigen Energiequellen.
Die Stromerzeugung erfolgte 2022 zu rund 76 % aus erneuerbaren Quellen. Die gesamte Wärme (inkl. Industriewärme) kommt zu mehr als 45 % aus erneuerbaren Energien.
Energieträger-Mix in Oberösterreich:
Die Energieversorgung in Oberösterreich basiert auf einem Mix aus Energieträgern – den mit Abstand größten Anteil haben dabei die erneuerbaren Energieträger:
• Mittlerweile kommt knapp ein Drittel (32,8 Prozent) des oö. Bruttoenergieverbrauchs aus nachhaltigen Quellen
• 20,9 Prozent der verbrauchen Energie wird aus Öl gewonnen
• 20,9 Prozent aus Gas
• Kohle hat einen Anteil von 25,3 Prozent, wobei der Kohleverbrauch nahezu ausschließlich im Sektor Eisen- und Stahlerzeugung erfolgt.
Unter den erneuerbaren Energieträgern ist anteilsmäßig die Biomasse die größte Gruppe (15,9 %), gefolgt von der Wasserkraft (10,2 %) und den Energieträgern Sonne/Umgebungswärme, Wind und Geothermie (zusammen 6,7 %).
Wer verbraucht wie viel Energie? OÖ ist ein Industriebundesland, was sich auch im Energieverbrauch widerspiegelt: Der Sektor Eisen/Stahl/Chemie (16,1 %), der sonstige produzierende Bereich (26,8 %), Verkehr/Transport (26,6 %), Private Haushalte und Landwirtschaft (23,6 %) und der Bereich Dienstleistungen (6,9 %).
Oberösterreichs Heizungstausch-Initiative
Raus aus dem Heizen mit fossilen Brennstoffen, mehr als 64 Prozent unserer Raumwärme kommt bereits aus erneuerbaren Energiequellen. Bemerkenswert ist auch die deutliche Entkoppelung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum in Oberösterreich: Bei einem Wirtschaftswachstum von 81 % seit 2005 ist der Endenergieverbrauch lediglich um zwei Prozent (!) gestiegen.
Wer jetzt nicht investiert ist selbst schuld
Während die Energiesparmesse wieder einen einzigartigen Überblick über neue Technologien, Innovationen und Trends und ermöglicht, kann man sich direkt bei den Herstellern aus erster Hand zu informieren. Gerade in unserem Bundesland gibt es herausragende Energietechnologie-Unternehmen, die auch weltweit erfolgreich sind.
Großzügige Heizungstausch-Förderungen
Wer aktuell auf eine Holzheizung oder Wärmepumpe umsteigt, der bekommt bis zu 75 Prozent oder bis zu 23.000 Euro Förderung! Für weitere Sanierungsmaßnahmen wie Solaranlagen, Niedertemperatur-Wärmeabgabesysteme oder den Tausch eines Gasherdes auf einen Elektroherd gibt es zusätzliche Förderungen.
Für alle Ein- und Zweifamilienhäuser
Hier wird dringend geraten sich möglichst rasch für die Förderung zu registrieren. Für die Umsetzung des Projektes sind dann zwölf Monate Zeit. Bis zu 100 Prozent Förderung für eine Holzheizung oder Wärmepumpe gibt es für Haushalte mit niedrigerem Einkommen, also zumindest für jene, die von der GIS-Gebühr befreit sind. Genauere Informationen gibt es beim OÖ. Energiesparverband, beim Installateur des Vertrauens sowie den Heizungsanbietern.
Marktsituation. Nach den Ausnahmejahren 2021 und 2022 ist im Jahr 2023 wieder das Vorkrisen-Niveau erreicht. Ölkessel werden de facto kaum noch eingebaut – lediglich 1.400 Anlagen wurden 2023 erneuert.
Für den Umstieg auf ein neues Heizsystem sind drei Faktoren ausschlaggebend: Die Energiepreise, die Versorgungssicherheit und attraktive Förderungen – diese Faktoren sollten im heurigen Jahr die Dynamik des Umstiegs deutlich beschleunigen und sich auch in den Marktzahlen am Ende des Jahres niederschlagen!
Wolfgang Neumann schaffte Messewende
Die Welser Messe war einst eine Magistratsabteilung, die jahrzehntelang von der alle zwei Jahre stattfindenden Millionen-Herbstmesse profitierte. Die angeschlossene Frühjahrsmesse in den ungeraden Jahren wurde immer mehr zu einem finanziell Flop, die sinkenden Besucherzahlen im Herbst mussten vom Messedirektor geschönt werden. Und neue Messen wurden lieber den Salzburgern schmackhaft gemacht.
Und da kam erfreulicherweise Österreichers Energiepapst ins Spiel. Ing. Wolfgang Neumann wagte als einer der Geschäftsführer des ehemaligen E-Werkes in Gmunden (GEG) im dortigen Toskanapark bereits 1990 (!) eine Energiesparmesse („Energiesparen wichtiger denn je“).
Die Welser Politiker wurden darauf aufmerksam, doch der Messedirektor konnte den Energiepionier vorerst nicht überzeugen. Mit dem Angebot, er könne diese Messe in Wels in Eigenregie starten, wurde der „gordische Knoten“ gelöst.
Infrastruktur. Wolfgang Neumann sorgte vor dem Start 1991 (!) für eine wichtige bessere Infrastruktur jener Messehallen, die 2025 abgerissen werden sollen. Die Energiesparmesse war von Anfang an ein Erfolg und sorgte in Wels auch für die Ausgliederung der Messe in eine eigene Gesellschaft. Damit wurde das Thema Energiesparen aktuell und der Höhenflug der Messe Wels gestartet, 2024 wird ein absoluter Höhepunkt im Messebereich erwartet.
Ein Rückblick auf die Energy-Globe-Verleihung 2019 in Linz zeigt die Bedeutung von Energy Globe, wobei dessen Erfinder Wolfgang Neumann deutlich sagt: Es gibt für jedes Problem bereits eine Lösung! 

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