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welsWels Stadt | Geschehen | 31.12.2020

Ein Vermächtinis Resch&Frisch und Stadtentwicklung

Abschied von Josef 'Pepi' Resch

JULI 2023 - So manche noch lebende Persönlichkeit will der so medial aufgebauschten und fehlgeleiteten „letzten Generation“ deren Bezeichnung aberkennen. Auch in der Region Wels kann man dieses verständliche Begehren unterstreichen.
Am 12. Juli starb einer jener Menschen, die den Aufbau nach dem zweiten Weltkrieg miterlebt und selbst deutlich zum sogenannten Wirtschaftswunder beigetragen haben: Josef ‚Pepi‘ Resch (69). Einer, der sich selbst nie in den Mittelpunkt stellte, sondern stets um die wirtschaftliche Grundlage für seine Firma, aber auch für die Stadtentwicklung selbst, bemüht war.
Geschichte. Aus einer kleinen, aber damals schon auffällig aktiven Bäckerei, mit Witwe Hertha Resch und dem frischen Gebäck im Sackerl an der Haustür, entwickelte sich die Bäckerei Resch dank der Brüder Paul und Josef Resch zu einem jener Unternehmen, die Wels weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machte.
Nicht vergessen ist die damals einmalige Idee das Gebäck ‚aufzufrischen‘ und im Startlokal Gösserbräu der Familie Wanik sorgte das frische Reschkörberl am Abend regelrecht für einen Ansturm.
Das war die Geburtsstunde von „Resch & Frisch“ und es folgte ein einmaliger Aufstieg zu einem Unternehmen, das nicht nur in Österreich, besonders auch in Deutschland dank des Tiefkühlbackwaren-Systems international für Furore sorgte.
2006 übernahm Josef Resch alle Firmenanteile und wurde zum Alleineigentümer. Bei der auch aus gesundheitlichen Gründen erfolgten Übergabe an Sohn Georg vor drei Jahren bilanzierte das Unternehmen mit einem Rekordumsatz von 159 Millionen Euro.
Übersiedlung. Da das Stammhaus und vor allem das Hauptbetriebsgebäude nicht erweitert werden konnte, übersiedelte der Standort des Welser Unternehmens schließlich nach Gunskirchen, wo wieder vorbildlich das Gelände der ehemaligen Firma Schausberger genützt, revitalisiert und ausgebaut wurde.
Was Josef Resch so zusätzlich besonders auszeichnete war sein Engagement für die Stadt, er führte zusätzlich jahrelang die Welser Wirtschaftskammer und forderte stets die Politik in Richtung Weiterentwicklung der Stadt. Sein umfangreicher Stadtentwicklungsplan überforderte vor rund 20 Jahren aber Politik und Beamte im Magistrat. Die Planung versickerte in den Amtsstuben.
Trodat-Resch-Steg. Das besondere Engagement von Josef Resch war aber beim Plan des Trodatstegs über die Traun nicht zu stoppen. Selbst Bürgermeister Dr. Peter Koits war von der gemeinsamen Umsetzung Stadt und Wirtschaft (Idee von Immobilienmakler Anton Kammerstätter, der dies schon beim Traunpark in Thalheim umsetzte) begeistert. Aber schließlich war es nur der Hartnäckigkeit von Josef Resch zu verdanken, das Baudirektor Karl Pany das Projekt auch umsetzen konnte. Trodat-Chef Walter Just steuerte eine Million Euro als Sponsor bei.
Brüder ein besonderes Gespann
Bruder Paul, der als Bäckermeister wesentlich zur Entwicklung von Resch & Frisch beigetragen hat, musste sich auf Wunsch seines Bruders 2006 zurückziehen und wurde zum Immobilienentwickler. Wie sein Bruder hat Paul aber auch Entwicklungs-Gene in sich und widmet sich mit einem unvergleichlichen Engagement dem heimischen Radsport. Sein sportlicher Fanatismus sorgt unter anderem für den Radsportspektakel in der Innenstadt und für intern. Nachwuchsrennen.
Aber auch dem Radsportverband gibt er Initiativen vor, beim Applaus dafür steht es aber lieber im Hintergrund – wie es auch sein leider zu früh an einer heimtückischen Krankheit verstorbener Bruder Josef.
Bestätigung. Das ist also ein Teil jener wirklich ‚letzten Generation‘, die am Wirtschaftswunder Österreichs ihren Teil beigetragen haben. Wie die unvergessenen Otto Teufelberger, Dietmar Eybl (1994), Eugen Malina (2003), Walter Just (2012), Rudolf Fehringer (2017), Otmar Pachinger (2019), Horst Felbermayr sen. (2020) und viele mehr. Und einige, heute als Legenden bezeichnete Persönlichkeiten sind noch aktiv oder leider auch gesundheitlich beeinträchtigt.
Wir erinnern uns
Unser Videobeitrag zur Erinnerung an einen Manager mit Handschlagqualität. Die unseres Wissens nach letzte Pressekonferenz von JOSEF RESCH in Linz im Februar 2018 beinhaltete das Thema Mitarbeiter, den Ausbau des neuen Hauptstandortes Gunskirchen, die zahlreichen Einbauten von Fertigungsstraßen, eine Schauküche, weitere Ausbaupläne wie Online-Shop und Gedanken eines Vorzeige-Managers, der zuletzt aber enttäuscht war von der mangelnden Entschlussfreudigkeit der Politik. JOSEF RESCH hätte viel auch für die Weiterentwicklung der Stadt Wels tun wollen. Eine Erinnerung an sein stetiges Streben nach Fortschritt.

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