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welsWels Stadt | Geschehen | 19.01.2000

Kräftiges JA (87,4 % der Wahlbeteiligten) zur Westspange

Werthistorischer Tag 18.11.1990

Die Stadt Wels liegt nicht nur im Mittelpunkt Österreichs, sondern hat auch die besten Straßenverbindungen aller Städte im Bundesgebiet. Dies liegt auch an der über 60 Jahre umstrittenen Westspange, die 2003 eröffnet wurde und einen Autobahn-Zusammenschluss ermöglichte. Hauptaktivist DI Walter Höllhuber hatte in unserem damaligen Gesellschaftsmagazin WELS IN einen unermüdlichen Mitstreiter.
Zusammen mit der Wirtschaftskammer (Obmann Franz Illenberger) und Messepräsident LR Ernst Neuhauser (zuvor bei der Post) sorgte WELS-In-Herausgeber Detlef Heyss am Freitag, zwei Tage vor der sonntäglichen Volksbefragung am 18.11.1990 für eine vollständige postverteilte Sonderausgabe, die die schwerwiegenden Folgen eines NEIN deutlich darstellte.
Das klare JA „für den sofortigen Bau der Westspange“ bei einer Wahlbeteiligung von 51,7 % der Wahlberechtigten mit 87,4 Prozent war mit 17.050 JA und nur 2.469 Nein-Stimmen geradezu sensationell. Andererseits dauerte es aber doch noch 13 Jahre – trotz der Beharrlichkeit des ehemaligen VP-Politikers und Geometers DI Höllhuber – bis die Welser Westspange am 25. August 2003 dem Verkehr offiziell übergeben werden konnte.
Der damals aktuelle Bundeskanzler Dr. Schüssel staunte dabei auch über die eigene Sonderausgabe (Bild) für dieses für Wels so wichtige Autobahn-Teilstück.
Ein interessanter Blick zurück
Am 14. November 1990 war in den OÖN auf einer Sonderseite eine breite Information zum Thema Westspange ja oder nein zu lesen. Den Höhepunkt bei den konträren Meinungen lieferte der damals umstrittene Verkehrsplaner Prof. Hermann Knoflacher: „Eine Urlauberumleitung über Haid habe gute Chancen. Die Westspange würde doppelt so viel Transitverkehr nach Wels locken. Die Osttangente würde nur unmerklich und kurzfristig entlastet. Deren Anrainer könnten nur Tunnels an der eigenen Straße helfen.

Das gesamte Welser Stadtgebiet käme im Fall einer Westspange unter einen sechs Kilometer breiten Abgasteppich. Also nicht nur die Noitzmühlsiedlung, wo der aus Welser Gebiet geplante 110 lange Tunnel seinen Schlund öffnet. Dort sind die Menschen, gleich welcher Parteifarbe, dagegen.
Der damalige Naturschutz-Landesrat und Welser Fritz Hochmair war ein ‚fundierter‘ Gegner (auch seiner Welser SP-Partei): „Warum denn unterstützt Minister Schüssel (dieser war damals Wirtschaftsminister) seine schwarzen Parteifreunde im Kampf für die Westspange nicht? Weil er wohl weiß, dass die deutschen Autofahrer einmal via Tschechoslowakei über uns hereinbrechen werden, da man dort Straßen ausbaut.
Die Nord-Süd-Transit-Route über Berlin, Dresden, Prag und Linz sei von Skandinavien bis in den Süden um 270 km kürzer als über Suben und Wels. Die Innkreis-Autobahn könnte das Schicksal der Ranna-Brücke erleiden – das keiner drauf fährt, weil sie eine Fehlplanung ist. In fünf Jahren werden wir nicht mehr über die Westspange reden, sondern nur noch über eine Notwendigkeit einer Mühlkreisautobahn-Verlängerung zur Staatsgrenze.
Über Letzteres (Mühlkreis-Autobahn) spricht man übrigens noch heute. Und die Westspange trägt bereits seit 17 Jahren zur wesentlichen Entlastung der Osttangente und damit des Welser Stadtgebietes bei. Ein Sonderstatus hat dabei allerdings Steinhaus, das trotz einer teuren und einmaligen Tunnel-Schutzlösung eine fertige Auf- und Abfahrt von der Autobahn noch immer mit Schranken verhindern kann.
 
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