Mittwoch, 23. September 2020 

welsWels Stadt | Geschehen | 16.09.2020

Top-Sicherheit bei der Versorgung mit Ökostrom

Vorbildwirkung Traunkraftwerk

Leider hatte die Corona-Krise die offizielle Eröffnung vom neuen Vorzeige-Traunkraftwerk Traunleiten im Frühjahr verhindert. Die Präsentation wurde nun bei einem Besuch von Landesrat Ing. Wolfgang Klinger vor den Medien nachgeholt.
Und zugleich wurde unter Beweis gestellt:
Kaum eine Stadt in Österreich kann auf ein derart komplett abgesicherte Versorgung zurückgreifen wie die Stadt Wels.

Nicht nur der Neubau und damit der Ersatz des über 100 Jahre alten Kraftwerks war eine Sonderleistung der stadteigenen eww-Gruppe, sondern die auch damit verbundene Versorgungs-Sicherheit der Welser Bevölkerung mit Ökostrom. Auch in Krisenzeiten wäre die Aufrechterhaltung (!) dank einer eigenen Ringleitung gesichert.
Der Neubau in einem Natura-2000 Gebiet war auch eine organisatorische Meisterleistung, denn schon Jahre zuvor wurde vom Wels-Strom-Management um die Bewilligungen richtiggehend gerungen. Zusätzlich kann nun in der Umgebung zusätzlich ein besonderer Naherholungsraum geschaffen werden.
Das Musterbeispiel für die optimale Nutzung natürlicher und nachhaltiger Ressourcen ermöglichte eine Verdoppelung der Kraftwerk-Leistung und ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz: 85.000 Tonnen CO2 werden jährlich gespart, das entspricht 13.000 Autofahrten rund um den Globus.

Die Baukosten von 48 Millionen Euro sind die größte Investition in der mehr als 120-jährigen Geschichte des Unternehmens und der Tochtergesellschaft Wels-Strom GmbH, an der die Energie AG dank einer weitblickenden Bemühung von Dir. Erich Rondonell um die Jahrtausendwende mit 49 Prozent beteiligt ist.
Mehrfacheffekt dank Wasserkraft
100-prozentigen Ökostrom und gleichzeitig ein einzigartiger Naturraum: Der Schutz des Natura-2000 Gebietes „Untere Traun“ hat höchsten Stellenwert. In Zusammenarbeit mit Biologen und Behörden setzt die eww Gruppe hier laufend neue Akzente Auch beim Neubau des Kraftwerkes wurde im Verbund mit Behörden und Naturexperten darauf geachtet, die ohnehin schon gute Situation weiter zu verbessern – durch das Anlegen eines neuen Nebenarmes sowie eines Bruthügels und den Bau von Auf- und Abstiegshilfen für Fische.
Zusätzlich bietet die eww-Gruppe naturreines Trinkwasser für die Bewohner von Wels und angrenzenden Gemeinden mit einem Höchstmaß an Versorgungssicherheit. Ing. Wolfgang Nöstlinger, Vorstandsdirektor der eww Gruppe: „Und das zu sehr günstigen und leistbaren Preisen, denn 1.000 Liter quellfrisches Welser Wasser kosten bloß 1,50 Euro!“
Die eww Gruppe investiert mehrere Mio. Euro jährlich in die sichere Wasserversorgung. Ein Paradebeispiel dafür ist der 5.000 Kubikmeter fassende Hochbehälter in Traunleiten, der als erster und bislang einziger in Österreich zur Gänze aus Edelstahl errichtet wurde.
Die Investition von sechs Millionen Euro hat sich in den vergangenen heißen Sommern und Trockenperioden bereits mehrfach bezahlt gemacht.
Dieser Hochbehälter ist neben jenem in Edtholz die Basis für eine gesicherte Lebensqualität in der Stadt Wels und in den Nachbargemeinden - und dies auf zumindest 50 Jahre!

Hohe Versorgungssicherheit
auch im Fall eines „Blackouts“

Die Versorgungssicherheit für die Region Wels beruht aber nicht nur auf der eigenen Stromproduktion, sondern auch auf einem eigenen Netz und auf einem Betrieb, der auf viele Monate hinaus durch mehrere Teams gewährleistet ist.
Das unterirdische Kabelnetz sorgt ebenfalls für eine sichere Stromversorgung. Es gibt keine Freileitungen und Masten, die im Falle von Unwettern Angriffspunkte wären. Auch bei der Stromlieferung garantierten die mehrfach vorhandenen Systeme die Betriebssicherheit. Beim Ausfall eines Umspannwerkes kann die Stromversorgung durch das Umschalten auf ein anderes Werk aufrechterhalten werden.
Auch die Steuerung der Kraftwerke ist nicht auf einen Punkt konzentriert. Sollte es in einem Wartenteil - zum Beispiel beim Fernheizkraftwerk - einen Ausfall geben, kann das neue Kraftwerk Traunleiten als vollwertige Leitzentrale verwendet werden. Wichtige Einrichtungen wie zum Beispiel das Klinikum Wels verfügen über eine eigene Notstromversorgung, die im Falle eines größeren Netzausfalls übernimmt. Der Werkskanal vom Traunkraftwerk, durch den 150 statt zuvor 80 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zu den beiden Kaplan-Turbinen strömen, mündet wieder knapp vor der einmaligen Autobahn-Tunnelbrücke der Westspange in die Traun.

Auch sichere Wasserversorgung
Mehrere Hochbehälter in Wels und dem Umland sorgen für eine abgesicherte Wasserversorgung der Welser Bevölkerung. Die Versorgung ist auch während eines Stromausfalls sichergestellt. Das Versorgungsgebiet liegt nämlich tiefer als die Gewinnung und die Hochbehälter. Für das Leitsystem gibt es Regler, die im schlimmsten Fall händisch gesteuert werden müssten, aber hier gäbe es die Möglichkeit ein mobiles Notstromaggregat anzuhängen. Auch bei der Gewinnung ist alles so konzipiert, dass eine Notstromversorgung sichergestellt ist.
Bewältigung eines größeren Krisenfalls
Im Falle einer größeren Störung ist die eww Gruppe auch bestens vorbereitet. Ein Krisenplan gibt genaue Schritte vor, die im Notfall abgearbeitet werden müssen. Er wird ständig angepasst und regelmäßig mit unterschiedlichen Szenarien geübt. Somit weiß vom Techniker vor Ort bis zu den Mitarbeitern im Krisenstab jeder, was im Fall des Falles zu tun ist.

Stadtverwaltung für den Blackout-Fall gerüstet
Selbiges gilt für die städtische Verwaltung. Ein aus internen und externen Experten bestehender Krisenstab ist im Fall der Fälle innerhalb kürzester Zeit einsatzfähig. Einsatz- und Stabsübungen tragen dazu bei, verschiedene Katastrophen-Szenarien (Hochwasser, Blackout, Großbrand usw.) regelmäßig intern und auch mit anderen Behörden/Organisationen (BH Wels-Land, Land OÖ, eww Gruppe usw.) zu testen – und dadurch eine Routine in die Bewältigung und Abarbeitung möglicher Krisensituationen zu bringen.
Dass die Arbeit im städtischen Krisenstab in der Praxis reibungslos funktioniert, hat die bisherige Corona-Krise gezeigt: Seit Mitte März fungiert der Krisenstab als zentraler Dreh- und Angelpunkt bei der Koordination, Umsetzung und Kommunikation der notwendigen Maßnahmen.

Im Fall eines Blackouts fungiert die Hauptfeuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Wels als energieautarke „Sicherheitsinsel“ und Sitz des Krisenstabs der Stadt. Von dort aus können die Verantwortlichen auch auf die städtischen EDV-Systeme zugreifen. Das Rechenzentrum der städtischen IT ist durch die Verlegung auf einen notstromversorgten (und unter anderem auch hochwassergeschützten) Standort außer Haus ab Mitte September bestmöglich abgesichert.
Für das Betreiben des eigenen Fuhrparks kann die Stadt Wels auf einen mit rund 25.000 Litern Diesel gefüllten Treibstofftank zugreifen. Damit können notwendige Dienstleistungen zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens (beispielsweise Müllabfuhr) für mehr als zwei Monate gewährleistet werden.
Die städtischen Alten- und Pflegeheime können im Fall eines Blackouts über vorhandene Notstromaggregate betrieben werden. Die Lebensmittelversorgung für die Senioren ist durch spezielle Abmachungen mit Großhandels-Unternehmen gesichert.

Eckpfeiler im Katastrophenschutz
Nur durch überlappende Systeme, eine enge Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen und entsprechende Konzepte kann Versorgungsicherheit garantiert werden. Besonders bei der Stromversorgung ist das essentiell, denn ein Blackout hat sehr weitreichende Auswirkungen auf unser tägliches Leben.
Zapfsäulen, Bankomat-Systeme,
Kühlschränke, Kochstellen, Wasserpumpen, Toiletten – sie alle fallen ohne Strom aus. Hier ist es also unabdingbar, dass die kritische Infrastruktur geschützt wird und die Einsatzkräfte in enger Zusammenarbeit mit den Wasser- und Energieversorgern das Netz so schnell als möglich wieder hochfahren.

Um das gewährleisten zu können wurde 2013 das Netzwerk für Sicherheit und Zivilschutz „Sicheres Oberösterreich“ gegründet. Es handelt sich dabei um eine Zusammenarbeit zwischen den Blaulichtorganisationen, gemeinnützigen Rettungsorganisationen und Vereinen, weiteren Dienstleistungsanbietern sowie der Bildungsdirektion und dem Land Oberösterreich.
Durch die gemeinsame Arbeit soll es zu einer Optimierung des Zieles, der Stärkung der Eigenvorsorge und der Vorbereitung der Bevölkerung auf Krisenfälle, kommen. Die operative Umsetzung erfolgt in einer Arbeitsgruppe. Den Vorsitz des Netzwerkes haben Ing. Wolfgang Klinger als zuständiger Landesrat, und der Präsident des OÖ. Zivilschutzverbandes inne, als oberstes Gremium dient die Steuerungsgruppe mit den höchsten Landesvertretern der Netzwerkpartner.

Hinter dem beachtlichen Netzwerk stehen das Land Oberösterreich, das Militärkommando Oberösterreich, Feuerwehr und Polizei, Rotes Kreuz, der Zivilschutzverband und viele andere Organisationen.
Selbstschutz ist der beste Schutz!
Wie generell im Katastrophenfall sind auch beim Thema „Blackout“ die Eigenvorsorge und der Selbstschutz der Bevölkerung von besonderer Bedeutung. Wer in seinem Haushalt auf einen Blackout gut vorbereitet ist, kann fast jede Krisensituation gut meistern.
Besonders wichtig sind dabei beispielsweise ein ausreichender Lebensmittel- und Getränkevorrat (für mindestens eine Woche pro Person) und technische Hilfsmittel wie Notfallradio (batteriebetrieben oder manuell aufladbar) oder Ersatzbeleuchtung (Kurbeltaschenlampe, Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Kerzen usw.).
Der Lebensmittelvorrat sollte vor allem Produkte beinhalten, die mindestens ein Jahr haltbar sind. Nicht vergessen werden sollte dabei auch auf die Lagerung von notwendigen Hygieneartikeln (Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Shampoo, Waschmittel usw.) sowie von Medikamenten.

Ausführliche Informationen samt Broschüren und Checklisten zum Thema Blackout sowie zu weiteren Katastrophenszenarien (Hochwasser, Hagel, Sturm, atomarer Zwischenfall usw.) finden Interessierte auf der Internetseite des OÖ Zivilschutz unter www.zivilschutz-ooe.at
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