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welsWels Stadt | Verwaltung | 19.10.2017

Einmaliges Stadt-Wels-Angebot für jüngsten Nachwuchs

„Fullservice“ für Kinderbetreuung

Nach zahlreichen kritischen Meldungen kann die Stadt Wels jetzt ein in Österreich offensichtlich bisher einmaliges Angebot an Betreuungsplätzen für den jüngsten Nachwuchs in der Stadt anbieten. Derzeit kann sogar jeder Wunsch nach einem Platz im Kindergarten oder in der Krabbelstube erfüllt werden. Außerdem wird auch eine beachtliche Öffnungszeit von 6.30 bis 18.00 Uhr (!) angeboten. Für das „Fullservice“ bedurfte es einer besonderen Leistung der zuständigen Abteilung.
Wie wichtig diese Chance für die Kinderbetreuung ist, zeigt der hohe Anteil an Kindern ausländischer Herkunft. Die Forderung von Bürgermeister Dr. Andreas Rabl („jedes Kind muss bei Schuleintritt sich deutsch verständigen können“) wurde einst stark kritisiert, doch jetzt fand diese Forderung in den Bundeswahlkampf Einzug.
Betreuungsplatz für jedes Kind sichergestellt
Im aktuellen Kindergartenjahr 2017/2018 werden in Wels derzeit 2.916 Kinder (2016/2017: 2.780), davon 1.950 städtisch (2016/2017: 1883) und 966 privat (2016/2017: 897), in Krabbelstuben, Kindergärten und Horten sowie bei Tagesmüttern betreut. Damit konnte jedem Kind ein Kindergarten- bzw. Krabbelstubenplatz angeboten werden. Lediglich Wünsche von Eltern, die ihr Kind in einem bestimmten Kindergarten unterbringen wollten, konnte nicht alle entsprochen werden.
Damit wurde in der Welser Kinderbetreuung in Bezug auf den Bedarf eine Vollabdeckung erreicht. Diese war nur durch die Errichtung zusätzlicher provisorischer Betreuungsgruppen möglich.
+ In der VHS Noitzmühle wurde eine alterserweiterte Kindergruppe (18 Krabbelstuben- und Kindergartenkinder) eingerichtet.
+ Im Quartier Noitzmühle wurde eine Krabbelstubengruppe für bis zu 10 Kinder eingerichtet.
+ In Wimpassing wurde eine Kindergartengruppe für 20 Kinder in Doppelnutzung im Hort eingerichtet.
+ Im Kindergarten Pernau wurde eine Kindergartengruppe in Doppelnutzung im Hort eingerichtet. Diese ermöglichte die Errichtung einer alterserweiterten Gruppe für insgesamt 18 Krabbelstuben- und Kindergartenkinder.
+ Sollte sich der Bedarf während des Jahres noch erhöhen, so stehen durch die Schaffung weiterer Betreuungsgruppen zusätzliche Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung. Dieser zusätzliche Bedarf könnte in den Räumlichkeiten der Volkshochschule Noitzmühle mit einer zusätzlichen Kindergarten-Gruppe für 15 Kinder bzw. im Hort Vogelweide mit einer Doppelnutzung der Räumlichkeiten für weitere 20 Kinder abgedeckt werden.
+ Im Privatbereich wurde der Kindergarten des Vereins „Abenteuer Familie“ in der Mohnstraße neu errichtet, der zwei Krabbelstubengruppen und zwei Kindergartengruppen führt und eine Gesamtkapazität von 66 Kindern aufweist.
„Barcelona“-Ziele der EU erfüllt
Für die Betreuung von Kindern unter sechs Jahren hat die EU die „Barcelona-Ziele“ als Zielwert EU-weit festgelegt. Diese Ziele sehen eine Betreuungsquote von 90 Prozent für Über-Drei-Jährige und von 33 Prozent für Unter-Drei-Jährige vor. Jetzt hat die Stadt Wels nicht nur dieses Ziel erreicht, sondern bietet auch großzügige Öffnungszeiten an.
Im Kindergartenbereich liegt die Betreuungsquote zwischenzeitig bei nahezu 97 Prozent und damit sieben Prozent über dem „Barcelona-Ziel“. Das Angebot an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren wurde neben der Neueröffnung von Krabbelstubengruppen auch noch mit der Einrichtung von alterserweiterten Gruppen zusätzlich ausgebaut.
Zusätzlich stehen für die Kleinstkinder-Betreuung Tagesmütter zur Verfügung, die 42 Kinder übernehmen konnten. Insgesamt stehen daher derzeit 352 Plätze in der Kleinstkinder-Betreuung zur Verfügung, die sich vorwiegend an Kinder ab 1,5 bis drei Jahren richten. Mit den 352 vorhandenen Plätzen erreicht Wels einen Betreuungsgrad von 36,7 Prozent und wurde auch damit das vorgesehene „Barcelona-Ziel“ von 33 Prozent um 3,7 Prozent übererfüllt.
Selbst wenn man die Betreuung durch Tagesmütter nicht einbezieht, ergibt sich noch immer eine Zielerreichung von 32,36 Prozent. Da Kleinstkinder-Betreuungsplätze nach gesetzlichen Vorgaben nur unter der Voraussetzung der Berufstätigkeit oder Ausbildung der Eltern vergeben werden können, ergeben sich hinsichtlich der tatsächlichen Bedarfslage laufend Änderungen.
Personaleinsatz im städtischen Bereich
Wegen Pensionierungen und regulären Austritten sowie den zusätzlichen neuen Gruppen wurden bis September 2017 insgesamt 29 Mitarbeiter – davon 23 Pädagogen und sechs Helfer – im Bereich der Kinderbetreuung neu aufgenommen. Da der Bedarf an Sprachförderung wächst, wurden darüber hinaus zur Abdeckung der Sprachförder-Stunden weitere fünf Pädagogen angestellt. Somit waren mit Stand September insgesamt 218 Mitarbeiter im Bereich der Krabbelstuben und Kindergärten sowie 52 Mitarbeiter in den Horten beschäftigt.
Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf
Aus der Veröffentlichung des VIF (Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf) geht ein für die Stadt Wels sehr erfreuliches Ergebnis hervor: Die städtischen Welser Kindergärten sind bei den Öffnungszeiten (6.30 bis 18.00 Uhr) Spitzenreiter in ganz Oberösterreich. Außer an den gesetzlichen Feiertagen können die Kinder das ganze Jahr über in einem Kindergarten betreut werden. Darüber hinaus steht der Journaldienst in den Sommerferien auch für Kinder aus privaten Kindergärten offen. Damit erfüllen alle städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen sämtliche VIF-Kriterien zu 100 Prozent. Einschließlich der privaten Betreiber erreicht die Stadt Wels einen Erfüllungsgrad von 80 Prozent und damit die höchste Quote in ganz Oberösterreich.
Weitere Angebote in der Kinderbetreuung
Für Kinder berufstätiger Eltern wird täglich ein warmes Mittagessen angeboten. Dieses wird nach genauen Qualitätskriterien in der Zentralküche für Kindergärten und Horte zubereitet. Der Schwerpunkt des Küchenangebotes liegt bei vollwertigen, vegetarischen Speisen, Fischgerichten und fleischreduzierten Mahlzeiten. Das Angebot ist abwechslungsreich und ausgewogen. Frische Produkte aus der Umgebung werden bevorzugt eingesetzt. Darin liegt auch die Basis zur Verleihung des Zertifikates „Gesunde Küche“ durch das Land OÖ.
Einsatz von Logopädinnen
Drei diplomierte Logopädinnen sind in den städtischen Kinderbetreuungs-Einrichtungen eingesetzt. Ihr Aufgabengebiet umfasst neben den jährlichen Reihenuntersuchungen samt einem umfassenden einheitlichen Screening und der Beratung und Behandlung sprach- und sprechgestörter Kinder auch die prophylaktische Betreuung der Kinder innerhalb der Kindergärten. Wertvolle Unterstützung der Kindergartenpädagogen leisten sie darüber hinaus auch durch die Hilfestellung bei der Sprachstands-Erhebung bei Kindern mit fremder Muttersprache.
Englisch im Kindergarten
Zwei speziell ausgebildete pädagogische Fachkräfte bieten das Projekt „English is fun“ in allen städtischen Kinderbetreuungs-Einrichtungen in Form freiwilliger wöchentlicher Englischgruppen mit einer Kinderhöchstzahl von zwölf Kindern an. Jedes teilnehmende Kind bekommt am Beginn des Kindergartenjahres ein eigenes – von den beiden Sprachpädagoginnen selbst gestaltetes und mit sämtlichen Inhalten gefülltes – Arbeitsbuch.
Dieses „Activity-Book“ wird von den Eltern sehr ge-schätzt, und die Kinder lieben es. Zur Erweiterung und Festigung der englischen Sprache finden zudem „Living Stories“ in allen Kindergärten für die Schulanfänger statt, wo bestimmte Themen anhand von kleinen Geschichten und Singspielen erlebt und erarbeitet werden. In diesem Kindergartenjahr nehmen insgesamt 423 Kinder an „English is fun“ teil.
Integrative Angebote in Kindergärten und Horten
Insgesamt 19 Integrationsgruppen in den städtischen Kinderbetreuungs-Einrichtungen sind ein qualitativ hochwertiges Angebot zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern mit Beeinträchtigung. 63 Kinder mit besonderen Bedürfnissen nehmen gleichwertig und gleichberechtigt am Alltag in Krabbelstuben, Kindergärten und Horten teil.
Eine reduzierte Kinderhöchstzahl und die Unterstützung der Gruppensituation durch zusätzliches Personal ermöglichen eine individuelle und differenzierte Bildungs- und Erziehungsarbeit für alle Kinder der Gruppe. Jedes Kind einer Integrationsgruppe wird nach seinen Kompetenzen gefördert und in seiner Sozialentwicklung unterstützt.
Als Fachberatung für Integration bieten zwei Pädagoginnen mit spezifischer Zusatzausbildung Hilfestellung bei Entwicklungsrückständen, motorischen Defiziten sowie Verhaltens- oder Teilleistungsstörungen.
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