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welsWels Stadt | Geschehen | 24.09.2016

Stadt & Privat entwickeln gemeinsam Zukunftsperspektiven

Chancen für ein „Stadthaus Greif“

Eine für die Stadt geradezu historische Entscheidung ist gefallen: Das Stadttheater innerhalb des Greif-Hotelkomplexes (Bauteil B) erwirbt die Stadt und wird zusätzlich für eine Renovierung und Neugestaltung des Foyers sorgen. Nicht einmal zehn Monate ist Bürgermeister Dr. Andreas Rabl im Amt und schon eine ganze Reihe von Projekten und Organisations-Entscheidungen sind im Laufen...
Mit Immobilienmakler Andreas Hüthmayr steht ein langjähriger Geschäftspartner der Familie Doppler bereit, der sich um die Vermarktung der Bauteile A im Westen (eventuell wieder als Hotel oder für Wohnungen) und C im Norden an der Rablstraße (ev. in Zusammenhang mit dem geplanten Zukunftshaus der Stadt) kümmern wird. Hüthmayr hat bereits mit zwei imposanten Geschäftshäusern dem KJ im Westen ein positives Gepräge geben und sorgt gerade für ein weites Großprojekt auf den ehemaligen Marschallinger-Gründen zwischen KJ und Ringstraße.
Zurückblick. Als der leider schon verstorbene Franz Doppler 1983 den Gebäudekomplex mit dem Hotel Greif kaufte, wollte er das Traditionshaus wieder als Kommunikationszentrum der Stadt aufleben lassen. Doch der Umbau geschah zu schnell und dem gewählten Management fehlte einfach das Herzblut für das Haus mit den vielseitigen Möglichkeiten. Alles danach ist bereits Geschichte und das Hotel seit Juli zugesperrt. Die Mieter sind aber noch weiter dabei und das Cafe am KJ-Platz geöffnet.
Weitere Vorgehensweise steht bereits fest
Einen Durchbruch erzielte die Stadt Wels in den Vertragsverhandlungen zum Kauf eines Teils des ehemaligen Hotels Greif: Bürgermeister Dr. Andreas Rabl einigte sich namens der Stadt mit Eigentümer Franz Josef Doppler auf einen Kaufpreis von 2,79 Mio. Euro für den Bauteil B. Für diesen Kaufpreis erhält die Stadt den rund 2880 qm großen Mitteltrakt vom Gesamtkomplex. Das in diesem Teil angesiedelte Stadttheater wird damit erhalten bleiben, zudem ist an der Rablstraße die Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes für bis zu 350 Mitarbeiter der Stadt vorgesehen.
Kaiser-Josef-Platz: Bürgercenter geplant
Zum anderen erhält die Stadt auch den rund 280 Quadratmeter großen Bereich im Südwesten des Areals, in dem zurzeit eine Filiale des Unternehmens „Backwerk“ untergebracht ist. Dort soll ein Bürgercenter entstehen und damit die Bürgernähe verbessert werden.
Details bis Ende November fixiert
Der verbleibende Nord- und Südteil soll von Andreas Hüthmayr und Joachim Ziegler als private Investoren entwickelt werden. Die Schnittstellen und die Grundstücksgrenze zwischen den einzelnen Baukörpern wird die Stadt mit den Initiatoren in detaillierten Verhandlungen festlegen. Als Frist für eine solche Vereinbarung wurde der 30. November festgelegt. Im Anschluss daran wird der Abschluss der Kaufverträge erfolgen.
Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Durch den Kauf dieser Liegenschaft wird sichergestellt, dass das Stadttheater erhalten bleibt. Außerdem kann die Strukturreform des Magistrats der Stadt nur in vollem Umfang umgesetzt werden, wenn eine entsprechende örtliche Zusammenlegung der einzelnen Dienststellen erfolgt. Dies wird durch die dort entstehende moderne Büroinfrastruktur ebenfalls abgesichert.“
Stadtrat Peter Lehner: „Die Neugestaltung des Kaiser-Josef-Platzes beginnt mit einer intensiven Kooperation zwischen Stadt Wels und Welser Wirtschaft. Mit der Grundsatzeinigung zum Kauf des Bauteils B sichern wir uns einerseits die Gestaltungsmöglichkeit und andererseits die vielfältigen Nutzungen. Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Kultur und Freizeit sollen künftig an diesem zentralen Ort das Innenstadtbild prägen.“ 
Franz Joseph Doppler: „Die Entwicklung dieser Liegenschaft mit seinen vielfältigen Möglichkeiten wird eine große Herausforderung für die nächsten Jahre. Ich freue mich, dem Traditionshaus Greif mit seinen neuen Eigentümern die Chance zu geben, die es verdient.“
Andreas Hüthmayr: „Wir haben gemeinsam mit Franz Joseph Doppler versucht, eine gute Lösung für die Zukunft des Greif-Areals zu finden. Wir haben auch sehr früh Kontakt mit dem Bürgermeister aufgenommen, um eine möglichst optimale Gesamtlösung für das geschichtsträchtige Areal zu suchen. Als langjähriger Geschäftspartner der Familie war es mir ein persönliches Anliegen, dass die Liegenschaft bestmöglich verwertet wird. Die Kooperation mit der Stadt als Partner ist dies eine besondere Herausforderung.“
Mehr als 200 Jahre Greif-Tradition
Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Haus 1513, seit 1767 wurde das Haus offiziell unter dem Namen Hotel „Zum Schwarzen Greifen“ geführt. Das 18. und 19. Jahrhundert sahen einen steten Aufstieg des Hotels zu einer der ersten Adressen in Wels. Zahlreiche Größen – darunter Napoleon, Zar Alexander oder König Friedrich Wilhelm von Preußen – logierten im Haus. Denn das Hotel Greif lag einst an der einzigen Straßenverbindung zwischen Salzburg und Wien sowie an dem Weg vom Süden in Richtung Prag.
Kommunikationszentrum der Stadt
Der 1867 errichtete Veranstaltungssaal war Ausgangspunkt und Zentrum der Welser Kulturszene. 1904 wurde er zum Theatersaal umgebaut und beherbergt seitdem das zuvor an der Ostseite des Kaiser-Josef-Platzes gelegene Stadttheater mit seinen 620 Plätzen. Das Haus befand sich seit 1893 im Besitz der Familie Höng. Im Zweiten Weltkrieg, am 25. Dezember 1944, wurden Hotel und Theater von sieben Bomben getroffen und zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte nach Kriegsende in den Jahren 1946 bis 1948 sowie in den 50iger Jahren.
Vor 33 Jahren. 1983 erwarb die Familie Doppler die Liegenschaft. 1989 pachtete schließlich die Stadt Wels langfristig das Stadttheater und investierte damals rund 60 Millionen Schilling (!) in den Bühnenausbau. Das Haus wird für Theater- und Konzert-Veranstaltungen, Präsentationen sowie repräsentative kulturelle und gesellschaftliche Anlässe genutzt. In der Nachrkiegszeit blühte das Hotel Greif auch dank der zahlreichen Stargäste noch einmal auf. Diesem traditionsreichen Gebäudekomplex könnte man nun nicht nur ein neues modernes Gepräge verschaffen, sondern das Haus wieder zu einem Zentrum der Begegnung werden lassen. Privat & Stadt sind nun gemeinsam gefordert!



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