Mittwoch, 12. August 2020 

welsWels Stadt | Planuing | 07.12.2012

Multifunktionales Zentrum für Stadtteil Noitzmühle

Hofbauer plant neues Zentrum

Der Welser Stadtteil Noitzmühle, der einst angesichts billiger Gründe an der geplanten Autobahntrasse entstand, bekommt jetzt dank eines Stadtteilkonzeptes ein multifunktionales Zentrum. Und dank der berechtigten Rechnungshofkritik schrieb die „Heimstätte“ endlich  einen Wettbewerb aus, den das Architekten-Team um DI Erwin Hofbauer gewann.
Das Gesamtprojekt wird rund 15 Mio. Euro verschlingen, die Finanzierung wird durch Wohnbauförderung, Landesmittel für die Heime etc. mitfinanziert. 
Foto: Sozialstädträtin Silvia Huber freut sich besonders über den Ersatzbau für das Spitzer-Heim, im Bild mit DI Eva Berghofer von der Stadtplanung.
Unter zwölf teilnehmenden Entwürfen entschied sich die Jury des im August gestarteten Bewerbes einstimmig für den Beitrag der Hofbauer Architect Ziviltechniker GmbH aus Wels, bekannt auch die zahlreichen Dienstleistungszentren im Wirtschaftspark. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben ab Montag, 10. Dezember (bis Weihnachten) die Möglichkeit, die Pläne und Entwürfe in der Volkshochschule Noitzmühle (Föhrenstraße 13) zu besichtigen.
Moderne Bleibe für ältere Menschen
Entstehen wird das neue Zentrum in Passivhausbauweise auf einem mehr als 8000 Quadratmeter großen Bauplatz mitten im Stadtteil. Den größten Teil des Gebäudes wird ein Haus der Seniorenbetreuung (Alten- und Pflegeheim) einnehmen: Dieses wird 72 Heimplätze in insgesamt sechs Hausgemeinschaften (Größe rund 25 qm pro Appartement) zu je zwölf Personen umfassen. Zusätzlich ist die Errichtung von acht so genannten „Wohnungen mit Service“ mit maximal 60 qm Größe sowie von 24 betreubaren Wohnungen mit einer Nutzfläche von jeweils rund 50 qm vorgesehen.
Foto: Das neue multifunktionale Zentrum soll anstatt des ehemaligen Einkaufzentrums und der Busdrehscheibe errichtet werden.
Zentrale Anlaufstelle wird umgesetzt
Besonders wichtig für die Bevölkerung in diesem Stadtteil ist die Einrichtung einer Anlaufstelle. Diesem Zweck werden künftig die Multifunktionsräume im Zentrum dienen: sie stehen künftig dem Büro für Frauen, Gleichbehandlung und Integration (FGI), der Ordnungswache und der Jugendwohlfahrt (Sozialarbeit/Mutterberatung) des Magistrates sowie dem AktivTeam Noitzmühle, der Heimstätte, der Volkshilfe und anderen Betreuungseinrichtungen mit Bedarf an wöchentlichen Sprechstunden zur Verfügung. 
Geschäfte, Ordinationen etc.
Weitere Einrichtungen sollen für ein vielseitiges Zentrum sorgen: 
• Trafik (ca. 50 qm)
• Bäckerei/Café und Postpartner (rund 210 qm)
• Filiale der Sparkasse OÖ (rund 120 qm)
• Ordination Praktischer Arzt (rund 165 qm)
• Ordination Facharzt (rund 130 qm)
• Apotheke (besteht bereits, zusätzlich rund 50 qm)
• Räumlichkeiten für Straßenreinigung (rund 40 qm)
• Lagerflächen Heimstätte (rund 30 qmr)
•  Öffentlicher Sanitärbereich (rund 40 qm)
Außerdem sind auch ausreichend PKW-Stellplätze eingeplant.
Die Jury begründete das Siegesprojekt
Die Jury unter dem Vorsitz von Architekt Dipl.-Ing. Andreas Treusch aus Wien (im Gestaltungsbeirat der Stadt vertreten) beurteilte das Siegerprojekt:
+ Das Projekt überzeugt durch einen sehr klaren städtebaulichen Ansatz, welcher eine gut gefestigte öffentliche Parkzone und eine ruhige Freifläche für den Demenzgarten im Osten erzeugt.
+  Die Positionierung des Baukörpers überzeugt städtebaulich als auch wirtschaftlich, da die östliche Zone hinter der bestehenden Volkshochschule zur weiteren Entwicklung verbleibt und der Baukörper selbst eine neue Identität für das gesamte Quartier bildet.
+ Die Ausbildung der Erdgeschosszone überzeugt grundsätzlich in den Möglichkeiten der Durchwegung.
+  Die Ausbildung des APH als Zentrum überzeugt in der Funktion und in weiterer Betriebsführung. Die Raumgruppen für betreutes Wohnen und Wohnen mit Service bilden dabei den Abschluss. Die Nutzung der Erdgeschossflächen durch weitere Wohnbereiche mit Lufträumen wird dabei besonders gewürdigt.
+ Die Gestaltung der Fassade wird als sehr qualitätsvoll empfunden.
Als Verbesserungen regte die Jury unter anderem eine Optimierung der internen Belichtung vor allem in den Aufenthaltszonen sowie eine Neusituierung des Bereiches des Haupteinganges an.
Wie und wann  erfolgt die Umsetzung?
Auf die Entscheidung der Jury folgt nun die offizielle Beauftragung der Hofbauer Architect Ziviltechniker GmbH. mit der Planung. Bei planmäßigem Verlauf ist an eine Fertigstellung des Zentrums Noitzmühle noch im Jahr 2015 gedacht.
Das Stadtteil-Entwicklungskonzept ist das Ergebnis eines bereits 2009 gestarteten Bürgerbeteiligungs-Prozesses und befindet sich seit Ende 2011 in Umsetzung. Das neue Zentrum bildet quasi den Kernbereich des Konzeptes. Die folgende Aufzählung gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der weiteren Maßnahmen:
• Abbruch vom ehemaligen Einkaufszentrum: Erster Abschnitt bereits abgeschlossen, zweiter Teil (Trafik, Wettbüros) wird voraussichtlich im Frühjahr 2013 erfolgen.
• Spielplatz Eibenstraße: Die Neugestaltung ist so gut wie abgeschlossen.
• Sitzmöbel „Noitzi“: Ein Prototyp steht mittlerweile auf dem Spielplatz Eibenstraße und freut sich dort auf zahlreiche Testerinnen und Tester.
• Begegnungspark Traunauen: Die Verlängerung Achse Kernzone – Au wurde zusammen mit weiteren Wegen innerhalb der Au ausgelichtet, eine Sitzbankgarnitur ist im Eintrittsbereich zur Au aufgestellt. Die bestehende Wegachse von der Kernzone durch das Wohngebiet in die Au wurde im Süden durch einen direkten Anschluss an die Fuß-Radweg-Verbindung Tannenstraße verbessert.
• Slacklinepark: Die Fertigstellungsarbeiten sind im Gange, die offizielle Eröffnung ist auf Grund der Witterungsverhältnisse im Frühjahr 2013 geplant.
• Umgestaltung des Straßenraumes nördlich der Eibenstraße: Hier wurde im Bereich zwischen der Föhren- und der Seidelbaststraße eine neue Parkspur (inklusive Baumscheiben) errichtet. Der Straßenraum im Bereich Lichtenegger Straße/Eibenstraße Nord wurde auf eine Breite von sechs Meter rückgebaut. Auf diese Weise entstanden zusätzliche befestigte Parkplätze.
• Maßnahmen der Welser Heimstätte: Die Umstellung aller Leuchten auf energiesparende, hellere LED-Leuchtmittel ist abgeschlossen. Zur Verbesserung der Wohnqualität haben die bestehenden sieben Schrankenanlagen neue Sperren erhalten. Ebenfalls fertig ist die Schuppenverglasung der problematischen Laubengänge in der Eibenstraße 60 bis 62. Seit 2010/2011 wurden und werden laufend mehrere Tiefgaragen in der Traunau- und Eibenstraße neu ausgemalt.
• Jugendtreff: Grundstücksverhandlungen sind zur Zeit in Verhandlung.
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