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welsWels Stadt | Geschehen | 04.07.2011

DER Europäer des 20. Jahrhunderts verstorben

Unser Gedenken an Otto Habsburg

Am 4. Juli ist Dr. Otto Habsburg-Lothringen (98), der Sohn des letzten regierenden Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn, in Pöcking am Starnberger See im Beisein seiner Familie verstorben.
Mit dem Europa-Bürger ersten Ranges verliert auch Österreich eine der größten Persönlichkeiten des Landes. Ein Mensch mit höchster Bildung, Niveau und dazu liebenswerter Herzensbildung. Otto wird gemeinsam mit seiner Frau Regina in der Wiener Kapuzinergruft, der Kaisergruft der Habsburger, beigesetzt werden.
Für den Kaisersohn sind vier Requien geplant (Pöcking, München, im Wallfahrtsort Mariazell und in Wien). Der Ehrenpräsident der Paneuropa-Union hinterlässt sieben Kinder, 22 Enkelkinder und zwei Urenkel.
Der ehemalige Alters-Präsident des EU-Parlaments gilt als ein Vater der Idee eines „Vereinten Europas“. Er war auch Oberhaupt des Hauses Habsburg bis 2006, diese Funktion hat nun sein ältester Sohn Karl Habsburg-Lothringen über, der in Österreich lebt.
Der Verstorbene war Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen. Zuletzt hatte ihm der französische Präsident Nicolas Sarkozy das Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion verliehen. Jahrzehntelang versuchte die 2. Republik durch das Einreiseverbot den Kaisersohn daran zu hindern, in Österreich politisch tätig zu sein. Otto Habsburg hatte aber von Deutschland aus die Chance seine Europa-Vision vehement voran zu treiben.
Doch Otto Habsburg konnte schließlich doch noch erleben, dass er in Österreich jederzeit willkommen war. Die heimischen Politiker würdigten kurz nach dem Ableben auch Otto Habsburgs vor allem Einsatz für den Fall und die Überwindung des Eisernen Vorhangs.
DER Europäer im EU-Parlament
Otto Habsburg besaß die deutsche, österreichische, ungarische und kroatische Staatsbürgerschaft und war zwanzig Jahre für die bayrische CSU als Abgeordneter dem Europäischen Parlament tätig. Er war der mit Abstand der dienst-älteste EU-Parlamentarier und setzte sich stets für eine rasche Osterweiterung ein.
Im Außenpolitischen Ausschuss des EU-Parlaments setzte sich Otto Habsburg für die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs ein und kämpfte für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, für Minderheitenrechte und für eine rasche Osterweiterung der EU nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989.
Er war unter anderem auch Initiator und Schirmherr des „Paneuropäischen Picknicks“ an der österreichisch-ungarischen Grenze, bei dem mehr als 600 DDR-Bürger nach Österreich flüchteten. 31 Jahre war er als Nachfolger des Gründers, Graf Richard Coudenhove-Kalergi, Präsident der Internationalen Paneuropa-Union.
Die Geschichte wird beweisen, dass Österreich mit Persönlichkeiten, wie es Dr. Otto Habsburg war, auch in der Politik eine wesentlich bessere Rolle gespielt hätte. Otto Habsburg-Lothringen galt als scharfer Kritiker der Innenpolitik. Viele Österreicher fuhren jahrelang nach Passau, um dessen Vorträge hören zu können.
Österrreich als Opfer von Hitler-Deutschland. Besonders jene, die immer wieder Österreichern noch heute die Mitschuld am 2. Weltkriege einreden, wollten die klaren Worte von Dr. Otto Habsburg: „Österreich war das erste Opfer von Hitler-Deutschland.“ Bestätigt wurde dies auch von russischen Generälen, die vor allem Wien nicht bombardieren, sondern befreien wollten. 
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