Mittwoch, 5. August 2020 

welsWels Stadt | Kommentar | 07.06.2020

Bundesregierung ist gefordert, sonst droht Krise

Rasch handeln, Wirtschaft in Nöten

Auch wenn viele Nutzer unserer Plattform die hier vertretenen Ansichten nicht teilen können: Wir sind kein Mitglied der eigenartigen und lange Zeit kritiklosen 'Hofberichterstattung' der Medien und haben uns nur an tatsächliche Fakten gehalten - kein Medium hat so wie hier die jährlichen Todesraten als Vergleich genannt.
Es wird noch einige Monate dauern, bis das ganze Ausmass der Wirtschaftskrise deutlich wird. Man muss kein Prophet sein - aber unsere Berichte werden dann immer mehr an tatsächlicher Bedeutung erlangen. Uns wäre es auch lieber, wenn wir uns hier irren würden...

Wenn die Bundesregierung nun nicht rasch handelt und alle Einschränkungen aufhebt, dann droht in Österreich eine Wirtschaftskrise bisher ungeahnten Ausmaßes. Und dann werden die Sager „Wir haben alles richtig gemacht“ selbst für die Noch-Immer-Befürworter mehr als fragwürdig. Das deutsche Bundesland Thüringen hat mit 13. Juni alle Kontaktbeschränkungen aufgehoben.
Es geht nicht an Tausende Protestierer gegen die US-Polizeigewalt uneingeschränkt agieren zu lassen, aber Corona-Proteste wegen fehlender Abstandshaltung verhindern zu wollen.

Selbst die seit Monaten quasi als verlängertes Sprachrohr der Bundesregierung agierende 'Kronen Zeitung' hat die dramatische Situation erkannt und in der aktuellen Sonntag-Krone mehrere warnende Artikel veröffentlicht.
Auf den Punkt gebracht hat es dabei auch der Kolumnist Michael Jeannée, der den Gesundheitsminister (siehe Bild) zu einer Klarstellung auffordert: Entweder ist die gesundheitliche Gefährdung eingedämmt oder nicht. Wenn nicht, dann müssen derartige Massenproteste verhindert werden oder aber alle Einschränkungs-Maßnahmen müssen möglichst rasch aufgehoben werden.

MSN-Schutzmasken sollten vorerst in die Schubladen verschwinden und erst bei einer starken Grippewelle mit zusätzlichem covid-19-Verdacht wieder hervorgeholt werden. Großveranstaltungen mit Massenbesuch sollten allerdings weiterhin vermieden werden.
Die Rückkehr zur Normalität könnte man mit zumindest Teilbesuch von Sport-Terminen vor allem in Fußball-Stadien starten. Kultur und Sport im Normalbetrieb müssten sich endlich wieder ohne Einschränkungen bewegen können, vor allem im Sport ist Bewegung besonders wichtig.
Corona-Protest: Hier wird penibel auf Abstand geachtet! Bei Rassismus-Protesten spielt der Abstand plötzlich keine Rolle...
Grob fahrlässig wäre ein weiteres Zuwarten, derzeit herrschen zusätzlich an den Grenzen Verwirrung. Ausreise ja, Einreise Quarantäne und so weiter und so fort.
Wenn die richtigen Schritte gesetzt werden, dann könnte man lange Prozesse der Kritik und Unrechtmäßigkeiten hintanhalten und versuchen zumindest die bereits bestehende Wirtschaftskrise möglichst gering zu halten.
Messe Wels droht ein Herbst-Fiasko

In der Stadt Wels, die sich in der Krisenzeit vorbildlich verhalten hat, gibt es seit mehr als einem Monat keine Neuinfektionen. Besonders betroffen ist hier aber die Messe Wels, die nicht nur bisher über 80 wertvolle Termine absagen musste, sondern jetzt Klarheit für die zweite Jahreshälfte benötigt. Wenn der Terminplan nicht mehr eingehalten werden kann, dann droht nicht nur der Messegesellschaft, sondern der gesamten Umweg-Rentabilität ein schwerer wirtschaftlicher Schaden.
Arbeit schaffen, Wirtschaft fördern
Die Corona-Krise hat auch in der Region Wels schwerwiegende Auswirkungen – nicht nur in gesundheitlicher Hinsicht, sondern vor allem auch auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt.
Ende Mai waren im Bezirk Wels 6.106 Menschen arbeitslos gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Zuwachs um 2.431 Personen. Besonders markant ist der Anstieg der Arbeitslosen bei den akademisch Ausgebildeten (plus 80,85 Prozent) sowie bei den Arbeitnehmern mit abgeschlossener Lehre (plus 77,20 Prozent).

Besonders problematisch ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe zwischen 20 und 24. Hier ergibt sich eine Veränderung von plus 108,68 Prozent. Aber auch die Altersgruppe zwischen 25 bis 39 Jahren ist mit einem Anstieg von 76,86 Prozent besonders von Arbeitslosigkeit betroffen.
In der Stadt Wels gibt es bereits jetzt zahlreiche Initiativen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit – so unter anderem den Pakt für Beschäftigung seit 2013. Im Rahmen dieses Paktes kooperiert die Stadt mit ihren Streetworkern und der Arbeiterkammer Wels, um Jobpatenschaften zu finden. Dies wird auch von zahlreichen Betrieben, unter anderem von der EWW AG, unterstützt.
Die Stadt subventioniert auch das Programm „Do it“ für Jugendliche, womit sie über den zweiten Bildungsweg eine neue Jobchance finden sollen. Auch dieses Programm läuft sehr gut. Die Stadt hat bereits 2019 ein eigenes Programm in Zusammenhang mit der Lehrlingsausbildung erarbeitet, das nicht nur höhere Einstiegsgehälter für Lehrlinge vorsieht, sondern auch Belohnungen für den Fall eines ausgezeichneten Lehrerfolges. So wird bei ausgezeichnetem Erfolg und Bestnoten auch der Führerschein finanziert.
All diese Initiativen werden aber nicht ausreichen, um das größer werdende Problem der Jugendarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Es wird daher zusätzliche Wirtschaftsimpulse und Programme von Seiten des Arbeitsmarktservice bzw. des Bundes benötigen, um Unternehmen zu motivieren, Jugendliche nach Abschluss ihrer Ausbildung zu beschäftigen.


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