Freitag, 18. September 2020 

welsÜberregionales | Kommentar | 25.03.2020

Nicht Tirol, sondern Italien ist HotSpot-Ausgangspunkt

Österreich schießt sich ein Eigentor

Unglaublich, aber leider zu erwarten: Die Kronen Zeitung, die bisher für viele interessante und informative Fakten zum Thema Viruskrise geleistet hat, kann angesichts der „Skandal“-Schlagzeilen bezüglich Tirol auch nicht darauf verzichten. Gleichzeitig liefert Österreichs beliebteste Massenzeitung bei einer Zusammenstellung "Wie alles begann: 30 Tage Virus-Krise" offenbar unabsichtlich die „Entlastung“ für Tirol:
Es gab zwar am 25. Februar eine Erstmeldung von zwei Fällen (ein Paar aus Italien, das in Tirol im Tourismus arbeitete), doch zu diesem Zeitpunkt gab es auch für die Krone keinerlei Anzeichen für die Gefahr einer Pandemie. Am 12. März starb in Wien ein Patient, ein 69-jähriger Heimkehrer als Italien (!) mit Vorerkrankung. Auch deshalb gab es noch keine wirklich beunruhigenden Schlagzeilen.
Österreich hat (aber auch nicht vor dem 13. März) eine klare Warnung aus Israel (und Südostasien?) bekommen und dann rasch gehandelt. Die Vorwürfe an Tirol sind deshalb unfair und unseriös.

Die Ausbreitung vor Ort ist dann nur deshalb so schnell möglich gewesen, weil die Gäste (nicht nur in Tirol, sondern auch u.a. in Großarl und Gastein) in Urlaubslaune noch ein Glaserl und noch eines und noch eines zum „Schutz“ gegen das Virus konsumiert haben. Was sich da alles abspielte, haben Mitarbeiter aus dem Servicebereich in vielen Medien geschildert.
Italien wird überraschend geschont
Die von China ausgehende Virus-Erkrankung wurde offenbar von Chinesen direkt nach Italien übertragen. Dort arbeiten bekanntlich 300.00 Chinesen und mehr vor allem in der Modebranche (wir haben bereits ausführlich darüber berichtet, siehe unter "Medien in Veranwortung nehmen"). Im Jänner wurde in Ostasien das Neujahrsfest gefeiert, Heimaturlauber, die nach Italien zurückgekehrt sind, dürften die Viruserkrankung ins Land gebracht haben.
Italiener gehören zu den Hauptgästen in Österreichs Skiurlaubsgebieten und waren damit auch die Hauptüberträger der Krankheit, die nicht nur in Tirol lange unterschätzt wurde. Österreicher steckten sich hauptsächlich im Italien-Urlaub an und die hohe Zahl der in Oberösterreich Infizierten waren in den Energieferien auch in den westlichen Bundesländern. Ein weiterer Hinweis: Wien hat wenig Infizierte, auch weil die Wiener schon zwei Wochen vorher Energieferien hatten.
Dank der Schmutzkampagne in heimischen Blättern haben sich zuerst die Deutschen, dann die Nordländer und schließlich auch die USA auf Österreich und Tirol als "Hot-Spots" Virenträger eingeschossen. Da haben wir wieder einmal ein Eigentor Marke Austria geschossen!
Zusatzerreger. Aber unsere ach so offene und vielseitige Medienlandschaft hat schon ein weiteres Thema - dank politischem Kleingeld und Schlagzeilen-freundlichen Medien: Viele Landsleute, die keinerlei Symptome haben, sind sicherlich auch infiziert und könnten deshalb Überträger sein. Super, so kann man zusätzlich Angst schüren.
Konsequenz aus dieser leider bereits Groteske:
Wir sind ALLE Virenträger –und was nun…?

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