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welsWels Stadt | Kommentar | 10.01.2014

Wann beginnt die Politik in Wels einzusparen?

Leichtsinnige Stadtverschuldung

Die Faschingszeit ist heuer sehr lang, in der Stadt Wels ist im gesellschaftlichen Leben in dieser Richtung wenig zu verspüren. Sozusagen als trauriger Ersatz trägt die politische Stadtverwaltung in jüngster Zeit faschings-ähnliche Entscheidungen, die aufgrund der langsam dramatischen Stadtverschuldung leider alles andere als lustig sind, sondern als grob fahrlässig bezeichnet werden können. Wann werden sich die Politiker der Verantwortung bewusst werden, die sie gegenüber der nächsten Generationen haben?
Hier nur ein kurzer Auszug aus dem Rathaus-Allerlei:
Das „Million-Budget“ für das WELIOS. Der Gemeinderat hat zugestimmt, dass die Stadt einen jährlichen Abgang von einer Million Euro übernimmt. Weder der dort eingesetzte sog. Aufsichtsrat noch sonst eine politische Bewegung setzt Zeichen für eine ständige Attraktivierung. Bis heute versäumt: Öffnung des Volksgarten-Eingangs und Einbeziehung des Durchganges durch das Energiegebäudes, gezielte „Tage der offenen Tür“ und Gründung eines „Verein der Freunde des WELIOS“ mit engagierten Unternehmern und Bürgern.
Welios oder WELIOS. Das lächerliche (und kostspielige) Getue um ein geeignetes Logo zählt zu den negativen Höhepunkten um das ansonsten eindrucksvolle und sinnvolle (!) Haus. WELIOS in Großbuchstaben würde nicht nur leichter erkennbar sein, sondern auch an die Namensgebung erinnern: W wie Wasser, E wie Erde und L wie Luft als Grundelemente, I wie Innovativ, O wie Oberösterreich und S wie Sonne.
Tiergarten. Der frei zugängliche Tiergarten und nun auch A-Kategorie-Zoo bringt es zu einem Abgang von rund 700.000 Euro jährlich (!) müsste längst – wie im Gemeinderat beschlossen – von einem Zoo in einen „normalen Tiergarten“ zurückgeführt werden. Dazu passt allerdings auch nicht das noch immer nicht fertige „Monster“-Affenhaus, das sicherlich nicht mit den vorgesehenen Baukosten fertiggestellt werden kann. Ein Gratis-Tiergarten sollte höchstens einheimische Tierarten und einen Streichelzoo beinhalten.
Das Agenda-Thema zur Attraktivierung der Innenstadt hat sich zu einer Groteske der sogenannten Bürgerbeteiligung entwickelt. Schon das Erstprojekt „Erinnerungsweg“ hat das Thema völlig verfehlt. Mit der Bürgerbeteiligung bei der Renovierung der Fußgängerzone Schmidtgasse hat man praktisch bereits Schiffbruch erlitten und bei den Ideen für die Umgestaltung des Messeareals hat man den Bürgern vorgegaukelt, dass dieses Millionenprojekt finanziell tragbar ist.
Zu einer „vorbildlichen Groteske“ entwickelt sich der Ausbau des Gaswerkparkes, der nach vier Monaten Bauzeit noch immer nicht entsprechend umgesetzt ist und Angebote beinhaltet für die in der Umgebung keinerlei Bevölkerung vorhanden ist. Umrahmt wird der Park von zwei Altersheimen (jeweils mit eigenem Park) und zwei Schulen. Und wenn schon ein Angebot für Kinder, dann aber dort nicht mit großen Felsbrocken.
Kaiser-Josef-Platz. Da wäre das Agenda-Thema besonders gefragt. Hier kann es nur eine ganzheitliche sinnvolle Lösung geben, will man die Innenstadt attraktiver machen. Die Absiedlung der Buszentrale, schon ein Student hätte ein geeignetes Projekt ohne diese völlig unpassende Situation ausgearbeitet.
Verkehrsführung. Noch immer sorgt vor allem eine ungeeignete Verkehrsführung von West nach Ost für eine Desorientierung nicht nur von auswärtigen Verkehrsteilnehmern. Die Öffnung der Eisenhowerstraße ist entgegen der bisherigen Behauptungen genauso möglich wie andere intelligente Verkehrsführungen.
Glück oder Homar? Viele Welser erinnern sich noch an das Veranstaltungs-Debakel, das einst die Konzertdirektion Glück in Wels hinterlassen hat (Aida auf dem Stadtplatz, die „verschobene“ Adventlesung von Brandauer und vieles mehr). Plötzlich taucht der Name Glück wieder unter den Veranstaltungs-Terminen auf – zuerst in der Stadthalle und dann auch in der Rotax-Halle, Verwaltung Josef Homar).
Dann Absage einer Veranstaltung von Ottfried Fischer am 3.12.2013 im Stadttheater. Rückfrage: Die Konzertdirektion Glück hat die Miete trotz Absage bezahlt (Faschingsscherz? oder steckt da wieder das Management Homar dahinter?). Passend dazu: Josef Homar bleibt Verwalter von Stadthalle und Rotax-Halle trotz hoher Verluste – Begründung: Aus rechtlichen Gründen ist es nicht möglich die Verwaltung der Messe Wels zu übertragen. Das riecht nicht nur, das „stinkt zum Verwaltungshimmel“…
Und die Negativ-Beispiele könnte man bedauerlicherweise beliebig fortsetzen. Übrigens ein Fachingsscherz (?) aus dem Rathaus: Die Reduzierung der Amtsblätter von zehn auf sechs pro Jahr würde wegen der veränderten Postgebühr etc. eher Mehrkosten als eine Reduzierung bringen. Richtig: Es wären vier Ausgaben und damit im Schnitt insgesamt 150 bis 200 Politiker-Fotos weniger (!). Das kann man der Bevölkerung wirklich nicht zumuten... 
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