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welsWels Stadt | Wirtschaftspolitik | 18.06.2013

Focus: Startwohnungen und Betriebskosten-Senkung

Wird Wohnen doch günstiger?

Die Sozialdemokratische Fraktion in Wels setzt sich nun verstärkt für höchst notwendige Kosten-Reduktionen vor allem im sozialen Wohnbau ein.
Ein „Welser Modell“ könnte für Betriebskosten-Senkungen durch Fortsetzung der thermischen Sanierung von Genossenschafts-Althäusern, für ein Wohnbauprogramm „Leistbares Wohnen“ in Kooperation mit allen gemeinnützigen Wohnbauträgern, für Schaffung von Startwohnungen und finanzielle Förderung von günstigem Baugrund für Jungfamilien sorgen.
In Wels wurden zwar in jüngster Zeit erfreulicherweise rund 1.000 Wohnungen errichtet, die allerdings großteils nicht zum günstigen Wohnbereich zählen. 
Stadt Wels wächst. Der Bürgermeister betonte in diesem Zusammenhang, dass die Stadt Wels weiterhin ein Bevölkerungs-Wachstum verzeichnet. Derzeit sind 63.200 Bewohner registriert, in zehn Jahren rechnet man derzeit mit 67.000 und in zwanzig Jahren mit 70.000 Einwohnern. „Doch das Stadtgebiet kann nicht ausgeweitet werden, daher müssen wir mit Grundflächen sorgsam umgehen. Nachverdichtung in der Innenstadt wie zum Beispiel die Hausaufstockung bis fünf Etagen und die Überarbeitung des Flächenwidmungsplanes sind vordringlich.“
SPÖ plant einen Initiativantrag
Mit einem Initiativantrag in der nächsten Gemeinderatssitzung wollen Bgm. Dr. Peter Koits, Vizebgm. Hermann Wimmer, Stadträtin Silvia Huber und Fraktions-Vorsitzender Johann Reindl-Schwaighofer einen mehrheitlichen Beschluss erreichen, um folgende Punkte möglichst rasch umsetzen zu können:
1. Mietwohnungen. Als Wohnungssuchende sind weiterhin in Wels rund 2000 Personen vorgemerkt, davon mindestens 200 dringend. Mit einem Wohnbauprogramm zusammen mit gemeinnützigen Wohnbauträgern, Land OÖ und Bund sollen günstige Mietwohnungen geschaffen werden. Da es keine Doppelförderung (Wels und Land oder Bund) geben darf, muss mehr in die Planung investiert werden. 
2. Sanierungen. Die Stadt soll die Fortsetzung der Offensive zur thermischen Sanierung von Genossenschaftswohnungen, vor allem der Althäuser (rund 50.000 qm Wohnfläche) in der Vogelweide, mittels einer Zinsstützung für Sanierungsdarlehen unterstützen. Dazu Hermann Wimmer: „Sanierungen mit viel Handarbeit sichern auch Arbeitsplätze“.
3. Schaffung von Startwohnungen für Jugendliche, Jungfamilien und Alleinerzieherinnen mit mehrjährig befristeten Mietverträgen. Dazu Silvia Huber: „In Steyr nützt man da vor allem Leerstände der Genossenschaften.“
4. Baugründe. Die Stadt könnte günstigen Baugrund für Jungfamilien anbieten, dafür stehen städtische Grundstücke vor allem im Bereich des geplanten Sportzentrums Wimpassing und beim Wirt am Berg zur Verfügung. In Verbindung mit Auflagen wie Richtlinien für flächen-, energie- und kostensparendes Bauen.
Die SP-Fraktion rechnet mit einem Finanzierungsbedarf aus dem Stadtbudget von 17 Millionen Euro auf 15 Jahre. Zum Thema Betriebskosten-Senkung könnte auch die bessere Mülltrennung beitragen, hier ist besonders im Genossenschaftsbereich durch Motivierung der Bewohner noch viel Einsparungspotential vorhanden. 
Stadtrat will zu Wohnbaugipfel einladen
Rasch auf die Forderungen der SPÖ hat der zuständige Stadtrat Dr. Rabl reagiert, der vor der nächsten Gemeinderatssitzung zu einem Wohnbaugipfel einladen möchte. „Die Vorhaben der SPÖ und FPÖ zeigen eine hohe thematische Übereinstimmungen, besonders bei den Bereichen thermische Sanierung in der Vogelweide und bei vorgezogene Lifteinbauten“. Auf diesem Wohnbaugipfel soll eine gemeinsame Linie aller Gemeinderatsfraktionen zum Thema Sonderwohnbauprogramm „Leistbares Wohnen“ festgelegt werden.
Dr. Andreas Rabl: „Wenn alle Fraktionen zusammenarbeiten, kann es noch in der Gemeinderatssitzung am 1. Juli zu einem gemeinsamen Beschluss kommen. Mit dem Sonderwohnbau-Programm könnte dann noch im Jahr 2014 begonnen werden.“
Gemeinsam anstatt kritischer Hinterfragung
Vielleicht könnte noch vor Annäherung an einen Wahltermin in der heimischen Politik ganz einfach einmal ein gemeinsamer Schulterschluss gelingen, ohne sich das Fähnchen des „Ideengebers“ umzuhängen und andere als „Auf- oder Nachspringer“ zu bezeichnen.
Schön langsam müssten auch Lokalpolitiker begreifen, dass sie sich vorallem mit gemeinsamen Leistungen und nicht mit ständiger Kritik an anderen positiv bemerkbar machen können.
Die Zeichen für schlechtere Zeiten sind - auch ohne die ständigen Horrormeldungen der Medien - bereits deutlich zu erkennen. Und dann könnte sich das „Wahlvolk“ nur daran erinnern, wer für das Schulden-Schlamassel der öffentlichen Hand verantwortlich ist. Und dann würde nicht nur der Applaus für den oft so lächerlichen gemeinsamen „Polit-Ehrentisch“ bei Veranstaltungen ausbleiben...   
  

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