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welsWels Stadt | Gesellschaft | 22.01.2013

Stadt um mehr Sicherheit im Wohnbereich bemüht

Hausbesorger & Überwachung

Durch die gesetzliche Abschaffung von Hausmeistern im Jahr 2000 ist auch die Welser SPÖ in Probleme geraten und „verdankt“ diesem Umstand mit ziemlicher Sicherheit auch den Verlust der absoluten Mehrheit im Gemeinderat. Fehlende Ansprechpersonen, vor allem in den Wohnblocks, führten viele Betroffene auf das mangelnde Bemühen der Politik für ihre unmittelbaren Probleme zurück. In der in Wels dominierenden Genossenschaft „Welser Heimstätte“ bemüht man sich nun bereits intensiv um mehr Sicherheit, speziell in Problemvierteln.  
Der damalige Vizebürgermeister Manfred Hochhauser ist als Vorstands-Vorsitzender der „Welser Heimstätte“ nun direkt mit diesem Bereich konfrontiert. Dadurch kam es auch zu einer Art „Schulterschluss“ mit Stadtrat Dr. Andreas Rabl, der sich intensiv mit dem Wohnbereich und dem teilweise abhanden gekommenen Wohlgefühl beschäftigt.
In einer gemeinsamen Pressekonferenz am 21. Jänner konnten die Bemühungen konkretisiert werden. Und es gibt bereits erkennbare Verbesserungen – speziell in einem engen Problemkreis im Stadtteil Noitzmühle.
Zur Information wollen wir hier den Inhalt der Presseinformation (in gestraffter Form und ergänzt) veröffentlichen:    
Die Ausgangssituation im Welser Stadtgebiet
Sicheres Wohnen ist ein entscheidendes Kriterium für zufriedene Bürger. Um Aufschluss über das Wohlbefinden der Bewohner zu bekommen, wird die Stadt gemeinsam mit der FH-Linz im Zuge einer Projektarbeit eine Studie hinsichtlich der „Zufriedenheit mit der Wohnsituation in Wels aus Sicht der Bürger“ erstellen. Diese Studie (Fertigstellung bis Herbst) wird sich schwerpunktmäßig auch mit der Sicherheit in Wels bzw. in gewissen Welser Wohngebieten, Siedlungen und Straßenzügen befassen.
Stadtteil Noitzmühle. Konflikte, wie Beschwerden der Bewohner wegen Lärmbelästigungen, Vandalismus, Beschimpfungen, Verletzungen der Hausordnung, fehlender Mülltrennung oder Nachbarschafts-Konflikten aufgrund des Zusammentreffens vieler unterschiedlicher Kulturen stehen in manchen Wohnblöcken auf der Tagesordnung.
Die „Welser Heimstätte“ hat derzeit exakt 1.089 Wohnungen im Wohngebiet Noitzmühle. Aufgrund des oft propagierten schlechten Rufs sowie der Mietpreise ist es bei der Wohnungsvergabe immer schwerer, Mieter für leerstehende Wohnungen zu finden. Derzeit stehen 38 Wohnungen der Welser Heimstätte dort frei (davon werden sechs derzeit saniert).
Maßnahmen für Verbesserungen
Bereits jetzt versucht ein von der Genossenschaft beauftragtes Sicherheitsunternehmen mit täglichen Wachgängen in der Noitzmühle für Sicherheit zu sorgen. Um die Wohnqualität weiter zu steigern ist vorgesehen:
Flächendeckende Videoüberwachung an Problempunkten (z.B. Liften, Müllplätzen, Tiefgaragen, Kellerräumen): Das Wiener Modell betreffend Videoüberwachung zeigt vollen Erfolg. Seit 2008 werden dort Gemeindebauten mittels Kameras videoüberwacht. Durch diesen Schritt ging der Vandalismus massiv zurück, Schadenskosten sind sogar um beinahe 70 Prozent zurück gegangen.
In Aufzügen und bei Müllplätzen führen häufig Verschmutzungen oder Vandalenakte zu Unmut der Mieter. Die Videoüberwachung ist ein ideales und kostengünstiges Instrument. Oft bewirkt bereits das Vorhandensein von Kameras eine abschreckende Wirkung auf potentielle Straftäter. Außerdem wird durch den Einsatz von Überwachungsanlagen das Sicherheitsgefühl gestärkt.
Befristete Mietverträge: Ob ein Mieter ein Problem für das Umfeld darstellt (zB durch Ruhestörungen), ist meist innerhalb von kurzer Zeit festzustellen. Da derzeit jedoch unbefristete Mietverträge abgeschlossen werden, ist es für den Vermieter sehr zeit- und kostenintensiv, bis ein Problemmieter delogiert werden kann. Dieser lange Zeitraum führt wiederum zu Unmut und Ärger bei den betroffenen Nachbarn. Deshalb wird die „Welser Heimstätte“ künftig hier befristete Mietverträge über den Zeitraum von drei Jahren abschließen. 
Integrationsschulungen für Objektverwalter
Objektverwalter und -techniker werden häufig mit Problemen aufgrund des Zusammentreffens unterschiedlicher Sprachen und Kulturen konfrontiert. Die Schlichtung von Konflikten sowie Hilfestellungen zur Verbesserung der Situation sind oft Aufgaben, welche diese Mitarbeiter für die Schaffung eines geordneten Zusammenlebens bewältigen müssen. Zur Unterstützung bei der Lösung integrationsbedingter Probleme sollen die Objektverwalter speziell geschult werden. 
Flächendeckende Einführung von Hausbesorgern: Eine Ansprechperson vor Ort erkennt oft Probleme vorzeitig und kann dagegen vorgehen, bevor diese eskalieren. Aus diesem Grund wird geprüft, ob flächendeckend Hausbesorger-Posten installiert werden können.
Kommentar. Auf jeden Fall können die Bewohner in Problembereichen (nicht nur in der Noitzmühle) in Zukunft darauf verlassen, dass sich zumindest die „Welser Heimstätte“ um ihre Anliegen verstärkt bemühen wird. Und das ist ein positiver Effekt – ganz egal, wie man politisch „denkt oder tickt“.
Bild. Sie sind sich bei dem Bemühen um verbesserte Wohnqualität im Welser Stadtgebiet einig: Manfred Hochhauser (Vorstands-Vorsitzender „Welser Heimstätte“), Stadtrat Dr. Andreas Rabl und Gemeinderat Egon Schatzmann (Vorstandsmitglied „Welser Heimstätte“), der übrigens im ehemaligen Vizebürgermeister einen Garant für Verbesserungen im Management in der Welser Genossenschaft sieht.
„Noitzmühle“ sieht in eine positive Zukunft
Das geplante Großprojekt eines multifunktionalen Zentrums (siehe Planfoto) in diesem Stadtteil ist ein weiterer positiver Aspekt zur weiteren Hebung der Wohnqualität. Wir berichteten darüber unter Direktlink http://www.welsin.tv/news.php?id=2911   

 

 



  

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