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welsWels Stadt | Kommentar | 11.01.2012

Damit kann man Politiker zum Schweigen bringen

Seilschaften ist das Polit-„Unwort“

In Zeiten, in denen viele Medien die verstärkte persönliche Hetze gegen einzelne Personen als Argumente für besondere Aufmerksamkeit erkannt haben wollen, schweben auch sogenannte „Unworte“ durch den Medien-Dschungel.
Noch nicht erkannt haben aber viele, dass man mit dem Vorwurf Seilschaften  (bildlich auf den Hund gekommen) vorsichtige Politiker zum Schweigen bringen kann. Dies ist ein alarmierendes Zeichen für jene politisch Interessierten, die glauben Freunderl-Wirtschaft, korruptive Tätigkeiten und andere „Dienste“ (besser Gegengeschäfte) betreffen nur einzelne hochrangige sog. Spitzenpolitiker.
Österreich ist in diesem Bereich „kein Land der Seligen“, denn auch hier sinkt die moralische Festigkeit von Menschen mit dem Steigen des Machtbereiches. Und in Zeiten des Überflusses sinken diese moralischen Abgründe ins Bodenlose. Und da beginnt es schon im kleinsten Bereich, Wels ist da alles andere als eine Ausnahme.
Das Erschreckende ist aber dabei, dass zum Beispiel die ach so wichtigen Aufsichtsräte in den verschiedensten Gesellschaften sehr oft zur Erhaltung ihrer Position möglichst nichts hören, sehen und schon gar nichts lesen. Dank des totalen Medien-Überflusses sind Schlagzeilen zu offensichtlichen Ungereimtheiten bereits meist am nächsten Tag vergessen.
Öffentlichkeit. Nur wenn es ins Persönliche geht und die Neidgesellschaft erwacht, dann wird auch an den Stammtischen davon geredet. Allerdings nur mit dem Halbwissen des Lesers oder Hörers.
Das Karussell dreht sich so weiter und weiter
Das Überangebot an Mitarbeitern im Magistrat der Stadt Wels schreit geradezu nach Reformen. Darum ist ein Magistratsdirektor „von außen“ nicht nur unerwünscht, sondern ein Albtraum vor allem für die Personalvertretung. Ansonsten vorwiegend als Reisevermittler auftretend warnt man (siehe Angstparolen „Wieser als Bürgermeister“) die Mitarbeiter vor der angeblich so drohenden Gefahr.
Mögliches Szenario. Doch bisher hat es weder die Politik, noch die Personalvertretung erkannt, die Zeiten könnten sich bald ändern. Nichts könnte Schlimmeres passieren, als wenn die schon heute vermehrt durch die Medien geisternden „Wutbürger“ eines Tages vor dem Rathaus protestieren.
Vergleichbares deckt schonungslos auf
Wir bringen deshalb in Kürze die Aussagen eines Ex-Bürgermeisters einer gleichgroßen Stadt in Deutschland, die sich ohne Stadträte, Abteilungsleiter oder gar Dienststellenleiter ihr Budget nachdrücklich saniert hat. Und da gibt es glasklare Aussagen, die Interessenten an einer wirtschaftlich geführten Stadtverwaltung nachdenklich machen werden.
Als „Vorschau“ nur eine klare Ansage:
Eine Stadt mit 60.000 Einwohnern benötigt keine großen Hierarchie-Strukturen. Dort wurden deshalb die Abteilungsleiter abgeschafft. Transparente Kostenwahrheit brachte es auf den Punkt: Bestens ausgebildete Sachbearbeiter tragen die Schlussverantwortung und werden dementsprechend entlohnt. Ein Mitarbeiter kostet im Schnitt 50.000 EUR im Jahr, als Politiker muss man sich daher ständig die Frage stellen: Welche entsprechende Leistung für die Bürger erbringt er dafür?
„Nachruf“: In der Stadt Wels hat man sich längst in guten Zeiten abgesichert. Dank der großzügigen Pragmatisierungen kann selbst der sinnloseste Abteilungsleiter (oder gar erst Dienststellenleiter) nicht ohne dessen Einverständnis auf einen Posten mit entsprechender Arbeitsleistung versetzt oder gar verabschiedet werden.
Nicht zu vergessen sind
dabei aber die (sehr) vielen fleißigen Mitarbeiter im Rathaus und anderen städtischen Institutionen. Diese zählen aber bereits heute zu den Artgenossen „Wutbürger“, denn diese haben direkten Einblick in die ungerechte Arbeitsaufteilung und die Privilegien, die vor allem die einst als Sozialisten angetretenen Politiker geschaffen haben.

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