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welsÜberregionales | Wirtschaft | 31.12.2020

Als Dank an die so engagierten Bauernfamilien

Spargel aus heimischen Böden

APRIL 2026 - Die OÖ. Landwirtschaftskammer lud wieder traditionell zum Auftakt der Spargelsaison ein. Mit dabei zahlreiche engagierte und positiv gestimmte Jungbauern-Familien, die mit enormen Einsatz und klaren Perrspektiven für heimischen Spargel sorgen.
Unter Druck. Dabei sind der Selbstversorgungsgrad, weil sich immer mehr Exporte und Billigprodukte in den Lebensmittelhandel drängen. Sozusagen als Dank für die so produktive heimische Landwirtschaft sollte man beim Kauf und Verzehr auf Inlandprodukte achten.
Die Landwirtschaftskammer bemüht sich ständig die Leistungen in der Bauernschaft hervorzuheben. So auch zum Start der Spargelsaison, im Bild die Gastgeberfamilie Stefanie und Paul Schiefermair mit Ewald Mayr (GEO_OÖ-Obmann) und LK-Präsident Franz Waldenberger.
Top-Qualität zum Saisonstart

Der Start erfolgt heuer pünktlich und unter klassischen April-Bedingungen: Nach einer langen trockenen Nebelphase, Niederschlägen in der zweiten Februarhälfte und einem kühlen Witterungsrückschlag Ende März können die Spargelbauern nun wie gewohnt in die Ernte gehen. Insgesamt waren die Bedingungen der vergangenen Wochen dem Spargel zuträglich und sorgen dafür, dass die Konsumenten wieder mit Spargel in Top-Qualität rechnen dürfen.
Voraussetzungen sind optimal
„Die Voraussetzungen sind für die Spargel-Ernte für die nächsten Wochen optimal, wenn es zu keinen Spätfrösten kommt, es gelegentlich regnet und die Sonne für warme Bodentemperaturen sorgt. Der Rückgang der Eigenversorgung um elf Prozent in den letzten Jahren zeigt, wie stark der Importdruck mittlerweile geworden ist und wie gefährdet die regionale Versorgung trotz hoher Kompetenz unserer Bauernfamilien ist“, betont Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.
Hohe Erwartung erfüllbar
Kaum ein anderes heimisches Gemüse wird im Frühjahr so sehnsüchtig erwartet wie der Spargel.
Während neben den vielen noch erhältlichen Lager- und Wintergemüsen schon viele frische Gemüsearten wie z. B. Spinat, Salate und Radieschen aus dem Gewächshaus aus heimischem Anbau geerntet werden, kommt es nun mit dem Spargel aus dem Freiland zum ersten kulinarischen Gemüse-Hochgenuss in vielen Küchen.
Das feine Stangengemüse aus oö. Produktion ist unter günstigen Witterungsbedingungen bis Mitte Juni erhältlich. Vom Hobbykoch bis zum Haubenkoch tüfteln und wetteifern Spargel-Liebhaber wieder mit Spezialitäten aus dieser Gemüse-Köstlichkeit, die von den 22 OÖ. Spargelbauern mit viel Know-how und Einsatz für die Konsumenten kultiviert wird.
Zuletzt im stabilen Erntefenster
Ernten vor dem 20. April erfordern in unseren Breiten bei Weißspargel den Einsatz von schwarz-weißen Verfrühungsfolien, welche die Spargeldämme erwärmen bzw. bei Grünspargel den Einsatz von Minitunneln, durch welche eine frühere Ernte ermöglicht wird und leichte Spätfröste hintangehalten werden können.
Diese Folien und Tunnel sind allerdings sehr arbeitsintensiv, erfordern eine ausreichende Verfügbarkeit von Arbeitskräften und sind kostenaufwändig. Der Vorteil der Folien und Tunnels: Der Spargel wächst gleichmäßiger und das ermöglicht eine gewisse Planungssicherheit.
Der „Johanni-Tag“ am 24. Juni markiert traditionell für die Spargelbetriebe den Saisonabschluss, vielfach wird aber zur Schonung insbesondere der jungen „Spargelanlagen“ schon um den 15. Juni das „Stechen“ (Weißspargel) und „Schneiden“ (Grünspargel) beendet.

Anbau und Ernte-Statistik 
Die Spargelproduktion bewegt sich in Österreich seit einigen Jahren auf einer Fläche zwischen 700 und 800 Hektar, aber mit kontinuierlicher sinkender Tendenz. Die gesamte Erntemenge bei Spargel in Österreich von 2.807 Tonnen teilte sich im Produktionsjahr 2025 in 1.909 Tonnen (68 Prozent) Weißspargel und 898 Tonnen (32 Prozent) Grünspargel.
Flächenmäßig betrachtet werden 65 Prozent Spargel allein im Bundesland NÖ, gefolgt von 18 Prozent in OÖ und 17 Prozent in den restlichen Bundesländern kultiviert. Entwicklung in OÖ geht im Jahr 2026 weiter hin zu Grün- und Biospargel.
Während zum Beispiel in NO. circa drei Viertel der Gesamtmenge als Weißspargel produziert wird, ist es in OÖ fast genau umgekehrt. Hier nahm die Produktion von Grünspargel in den vergangenen Jahren deutlich zu und es werden 77 Prozent (circa 105 Hektar) Grünspargel und nur 23 Prozent (circa 30 Hektar) Weißspargel produziert.
Außerdem gibt es eine weitere leichte Verschiebung hin zu biologisch produziertem Spargel, welcher bereits circa 30 Hektar oder fast 23 Prozent der gesamten OÖ. Anbaufläche ausmacht. Die Anzahl der Spargelbetriebe in OÖ ist zum Vorjahr unverändert bei 22 Produzenten geblieben. Die Ernteerwartung liegt für die heurige Saison in OÖ bei ca. 175 Tonnen weißem Spargel und 350 Tonnen grünem Spargel.
Vermarktungswege des OÖ Spargels
Im Gegensatz zum Spargel in NÖ, der zu ca. 50 Prozent über die Lebensmittelketten vermarktet wird, finden in OÖ über 90 Prozent der Spargelstangen den direkten Weg zu den Konsumenten. „Die größte Bedeutung hat dabei die Direktbelieferung an die Gastronomie sowie an Großküchen. Auch die Ab-Hof-Vermarktung spielt für die OÖ. Spargelproduzenten eine bedeutende Rolle.
Die Qualitätssicherung erfolgt bei allen Betrieben entweder über die AMA-Gütesiegel-Produktion (AMA G.A.P.), eine Bio-Zertifizierung wie zum Beispiel das „EU-Bio-Logo“ oder „Gutes vom Bauernhof“ und die zusätzlichen Herkunfts- und Qualitätsprogramme von „Genussland OÖ“ sowie „AMA-Genussregion“. Beworben wird der Spargel auf der Homepage www.gemueselust.at
Zu Gast bei aktiver Bauernfamilie
Für die OÖ. Spargelbauern bot der Betrieb Schiefermair aus Gerersdorf (Kematen an der Krems) die Gastgeberrolle und beeindruckte mit dem Erfolgsweg des landwirtschaftliche Betriebes „Hofgenuss Schiefermair“. Ing. Paul Georg Schiefermair (36) und Ing. Mag. Stefanie Schiefermair (34) führen den Betrieb, der Nachwuchs Maxima (6) und Vincent (4) ist mitten drin.
Die Familie betreibt rund 70 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Ein zentraler Schwerpunkt ist der Spargelanbau, der vor etwa zehn Jahren am Hof etabliert wurde und sich seither zu einem wichtigen Standbein entwickelt hat. Heute werden auf rund 6 Hektar Spargel angebaut, davon etwa 0,5 Hektar weißer Spargel, der Großteil entfällt auf grünen Spargel.
Der Spargel wird ausschließlich über die eigene Direktvermarktung sowie über den eigenen Großhandel vermarktet. Rund 45 Prozent der Produktion werden direkt im Hofladen abgesetzt. Der restliche Anteil wird an Gastronomie und Hotellerie in der Region geliefert, wodurch eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Küchenbetrieben entstanden ist.
Die Direktvermarktung wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Einen
wichtigen Impuls brachte vor knapp zehn Jahren die Einführung der Erdbeer-Selbstpflückfelder, die sich rasch zu einem beliebten Angebot für viele Besucher aus der Region entwickelt haben.
Ein weiterer Meilenstein folgte 2022 mit der Eröffnung des Hofcafés direkt am Betrieb. Dort
können Gäste in besonderer Hofatmosphäre frühstücken, samstags brunchen sowie von
Montag bis Freitag zu Mittag essen. Das Angebot legt großen Wert auf Saisonalität,
Regionalität und Produkte vom eigenen Hof.
Ein Beweis, das anstatt der ständigen Negativ-Berichterstattung die Positiven Leistungen heimischer Betriebe und das steigende Interesse von Jungfamilien im Bauernbereich mehr in den Mittelöpunkt gestellt werden sollten. Im Bild Familie Schiefermair mit Maxima, Paul, Vincent und Stefanie.
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