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welsWels Stadt | Wirtschaft | 11.02.2016

„Resch&Frisch“ mit Kreativität international unterwegs

Wels-„Körberl“ erobert EU-Markt

Die Stadt Wels beherbergt eine erstaunlich große Anzahl an erfolgreichen Unternehmen, die sich auf dem Weltmarkt hervorragend behaupten. Zu den erstaunlichsten Firmen und deren Wachstum zählt die Unternehmensgruppe „Resch&Frisch“. Aus einer kleinen lokalen Bäckerei ist auch dank der hauseigenen Vorwärts-Strategie ein Bäckerei-Großbetrieb entstanden, der sich zuerst nach Deutschland und nun immer weiter im EU-Raum entwickelt.
Rund 1.500 Mitarbeiter sorgten im Vorjahr für einen Umsatz von 120 Millionen Euro. Und die Produkte von „Resch&Frisch“ sind auch über die EU-Grenzen hinaus schon bekannt. Die Anfragen häufen sich, die Erfolgsprodukte inklusive Strategie sind in Wels entstanden – von wo aus ansonsten medial zu Unrecht nur selten Positiv-Schlagzeilen verbreitet werden.
Josef Resch auch Kämpfer gegen Negativentwicklung
Obwohl das Unternehmen auf einem so enormen Entwicklungsweg befindet, hat Josef Resch noch die Stadt und ihre wirtschaftliche Entwicklung genauso im Fokus wie die allgemeine Gefährdung der Unternehmer und deren Mitarbeiter durch die Überbürokratisierung. Die Einschränkung der „erlaubten“ Arbeitszeiten, die Über-Vorschriften und die gewerkschaftlichen Forderungs-Ausweitungen sind Themen, die Josef Resch auch als Wirtschaftskammer-Obmann für Wels-Stadt medial anprangert.
Unverantwortlich. Wie „irre“ so manche Gewerkschafts-Aktionen sind, zeigt zum Beispiel die Forderung via Facebook keine Produkte des Welser Unternehmens zu kaufen, weil deren Chef sich so deutlich unternehmensfeindliche Aktionen anprangert. Dass man mit einem „Erfolg“ der Aktion aber auch allein in Oberösterreich fast 1000 Mitarbeiter gefährden könnte, das kommt den Funktionären wohl dabei nicht in den Sinn. In den USA würden sich Anwälte dabei die Hände reiben und Klagen wegen wirtschaftlicher Rufschädigung in Millionenhöhe vorbereiten.
Im Gösserbräu in Wels startete „Resch&Frisch
Was heute bei uns selbstverständlich ist, war noch vor 30 Jahren ein Problem für die Gastronomie. Leider „nein“ hieß es am Abend beim Wunsch nach einem frischen Gebäck. Und da entstand in der Bäckerei Resch, die zu dieser Zeit noch Gebäck bis an Welser Haustüren lieferte, die zukunftsweisende Idee. Im Gösserbräu der Familie Wanik startete der Test, plötzlich „verdrückten“ Gäste beim gemütlichen Beisammensein am Abend bis zu sechs oder mehr Weckerl.
Fertigbacken. Heute spricht man immer wieder vom Gebäck-Aufbacken, da muss Josef Resch darauf hinweisen: „Fertigbacken“ ist die richtige Bezeichnung für die Produkte aus seinem Unternehmen. Doch aus dem mehr als reschen Hause kommen aber auch ständig Weiterentwicklungen: Zuerst ging es vor allem um die Sortenreinheit, dann ab 2007 auch um glutenfreie Produkte. Die neueste Kreation wird aktuell unter Manufaktur angeboten:  Höchste Qualität, ohne Zusatzstoffe und mit langer Teigführung.      
Die Fakten der Welser Unternehmensgruppe
Im Geschäftsjahr 2015 konnte die Unternehmensgruppe den Umsatz um weitere 3,7 Prozent ausbauen und liegt nun bei 120,3 Mio. Euro.  „Unsere Qualitäts-Strategie hat uns gerade in dieser Zeit gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Josef Resch. Die Zahl der Mitarbeiter betrug 2015 mit Jahresende 1.489, davon sind rund 905 davon in Oberösterreich beschäftigt. Foto: Mit Sohn Georg (Bild), Ehefrau Roswitha und Tochter Johanna hat der vielseitige Unternehmer einen starken familiären Rückhalt.
Integration ist bei Resch&Frisch gelebte Praxis, Mitarbeiter aus 42 Nationen (!) arbeiten bei  dem heimischen Unternehmen. Schulungen sind einer der Erfolgsfaktoren, neben regelmäßigen Verkaufs- und Produktschulungen stehen auch Deutschkurse auf dem Programm.
Österreichische Qualität und engagierte Rohstoffpolitik
„Wirtschaftlich unsichere Zeiten führen dazu, dass Kunden verstärkt auf ehrliche und qualitativ hochwertige Produkte mit Rohstoffen aus Österreich zurückgreifen“, unterstreicht Josef Resch die Firmenstrategie. Das Qualitäts-Sicherungsprogramm gewährleistet Regionalität, Nachvollziehbarkeit, lückenlose Kontrolle, gentechnikfreies Saatgut und keine Vermischungen. Damit kann bei jedem Gebäck die Herkunft des Ursprungsgetreides nachgewiesen werden. Rund 300 österreichische Landwirte sind jahrelange Vertragspartner und bürgen dafür mit ihrem Namen.
Gastro-Schiene weiter auf Expansionskurs
Das Interesse am Resch&Frisch-Gastro-System ist ungebrochen – seit mehr als 25 Jahren setzen vom traditionellen Wirtshaus bis zu bekannten Kunden wie dem Hotel Sacher, dem Hotel Imperial, dem Café Landtmann in Wien, Stanglwirt in Going, Schloss Fuschl, dem Intercontinental in Berlin, der Brauerei Forst in Südtirol oder McDonalds auf Top-Qualität aus Österreich. Inzwischen beliefert der Welser Bäckereibetrieb rund 16.500 (!) Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe in neun Länder (Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Luxemburg, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Belgien).
Jüngste Entwicklungen sorgen für große Zuversicht
Der Markt Ober-Italien gibt Anlass zur Freude. Im August 2015 wurde die erste italienische Niederlassung in der Nähe von Vicenza eröffnet. Von dort aus werden nicht nur die Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe der oberen Adria beliefert, auch Städte wie z.B. Verona und Mailand stehen im Fokus. Die Messe „Tuttofood“ in Mailand im Mai 2015 hat bereits erste Kunden gebracht.
Außerdem laufen erste Tests in Belgien, auch hier besteht großes Interesse am Resch&Frisch-System. Weltweit gibt es Interesse, so stehen Besuche in Indien und China auf dem Besuchsprogramm der nächsten Monate.
Neben den klassischen Produktbereichen (Brot, Gebäck, Mehlspeisen, Snacks und Pizza) wurde im Herbst 2015 die neue Sortimentslinie (Manufakturprodukte) eingeführt. Diese neuen Produkte erobern soeben die Hotellerie- und Gastronomie-Landschaft in allen neuen Ländern.
Back’s Zuhause beliebt in Österreich und Bayern
Das Vertriebskonzept von Back’s Zuhause mit kostenloser Hauszustellung hat sich sehr gut etabliert und beliefert bereits mehr als fünf Prozent (!) der österreichischen Haushalte regelmäßig. Auch im bayrischen Raum ist der Zuspruch sehr groß, regionale Produktanpassungen, beispielsweise im Laugengebäck-Bereich, wurden vorgenommen.
Insgesamt können die Kunden aus mehr als 140 Produkten (Brot, Gebäck, Mehlspeisen, Snacks und Pizza, sowie neu aus dem Manufaktur-Sortiment) wählen, im Produktkatalog oder im Online-Shop, welcher sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt hat und bereits rund zehn Prozent des Umsatzes ausmacht (2015 insgesamt rund 55.000 Bestellungen).
Glutenfrei besonders in Deutschland gefragt
Seit Mai 2015 kann Resch&Frisch der enorm großen Nachfrage nach glutenfreien Produkten in ganz Deutschland mit einem neuen „Online-Shop für glutenfreie Produkte“ gerecht werden. „Wir haben mit dem Österreichischen wie auch mit dem Deutschen Zöliakie-Verband eine gute Kooperationsbasis, so erreichen wir diese Zielgruppe optimal“, erläutert Josef Resch. Der Umsatz mit glutenfreien Produkten macht bereits 6,5 % des Gesamtumsatzes von Back’s Zuhause aus. Erste Marktanalysen für den Raum Frankfurt sind derzeit in Arbeit, hier sind weitere Expansionen geplant.
Herkunft Österreich und Manufakturprodukte im Fokus
Der Einzelhandel behauptet sich in Oberösterreich und Salzburg auf einem stark umkämpften Markt. Durch die Übernahmen von sechs ehemaligen Ring-Filialen konnte das Filialnetz in Summe auf 45 Filialen (inkl. 9 mobile Filialen) erweitert werden.
Die Integration der Ring-Filialen samt einem Großteil der Mitarbeiter konnte mit einem neuen Auftritt innerhalb weniger Wochen umgesetzt werden. Die Entwicklung der Umsätze geben Anlass zur Freude (z.B. Hauptbahnhof Linz, Bahnhof Attnang-Puchheim, Flughafen Salzburg).
Bewusstseinsbildung. „Jeder Supermarkt und jeder Diskonter führt bereits frisches Brot und Gebäck. Durch die Frische alleine kann man sich als Bäckerei-Fachgeschäft nicht mehr abheben“, sagt Josef Resch. Daher wurde ein Sortiment für bewusste Ernährung und Lebensmittel-Unverträglichkeiten entwickelt, die neuen Manufaktur-Produkte eingeführt und verstärkt in Mitarbeiterschulungen investiert. Foto: Gemeinsam zum Erfolg, Josef Resch setzt auf Teamarbeit.  
Neues Filialkonzept. „Im Filialbereich sehen wir im Zentralraum Oberösterreich noch Potenzial und werden daher unser Filialnetz an attraktiven Standorten mit zukunfts-orientierten Filialkonzepten weiter ausbauen“, so Josef Resch. Eine zusätzliche Filiale wird Mitte April in Leonding an der Meixnerkreuzung mit einem neuen Filialkonzept („Mehr als eine Bäckerei – Bäckerei-Konditorei-Brasserie“) unter der neuen Marke „Resch&Frisch – Liebesbrot“ eröffnet.
In Salzburg geht man nach einer Konsolidierungsphase wieder optimistisch in die Zukunft. „Der Markt birgt großes Potenzial und dieses werden wir nutzen. Die Filialen entwickeln sich nach Plan“, zeigt sich Josef Resch zuversichtlich. Auch das Segment der Firmenkunden (Belieferung mit mobilen Filialen) wird ausgebaut.
Zukunftsprojekte für Expansionspläne
Ende Oktober 2015 wurde das ehemalige Schausberger-Werk in Gunskirchen durch das neu gegründete Unternehmen Domus Real GmbH aus dem Besitz der Firma Mayr-Melnhof erworben. Nach Sanierung und Entwicklung des Betriebsobjektes wird das gesamte Areal der Resch&Frisch-Gruppe zur Umsetzung der Expansionspläne zur Verfügung stehen (Betriebsobjekt samt Betriebsflächen ca. 52.000 m² Grundstück, davon 27.000 m² Betriebsgebäude).
„Resch&Frisch“ wird in allen drei Vertriebsbereichen (Gastronomie, Heimzustellservice und Einzelhandel / Filialgeschäft) in den nächsten zehn Jahren stark expandieren. Daher sind Produktions-Erweiterungen einzelner Herstellabteilungen sowie Erweiterungen von Dienstleistungs-Bereichen sind notwendig. Leider war in Wels keine sinnvolle Erweiterung möglich.
In einem Stufenplan werden in den nächsten fünf Jahren neue Herstellabteilungen und Dienstleistungsbereiche in Gunskirchen geplant und umgesetzt. Ein völlig neues und einzigartiges Konzept von Agrarwelt und Besucherzentrum ist geplant. Am neuen Standort werden rund 250 neue Arbeitsplätze bis zum Endausbau im Laufe der nächsten Jahre entstehen.
Unternehmenskennzahlen „Resch&Frisch
Umsatzentwicklung 2010: 92 Mio. Euro, 2015: 120,3 Mio. Euro.
Geschäftsbereich „Back’s Zuhause“: 165.000 Privatkunden in Österreich und im süddeutschen Raum, acht Niederlassungen, eine davon in Regensburg.
Geschäftsbereich „Gastro“: In neun Ländern insgesamt 16.500 Kunden (Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Luxemburg, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Belgien), 26 Vertriebseinheiten in Österreich und Deutschland und neu in Italien.
Geschäftsbereich „Einzelhandel“: Gesamt 45 Filialen (inkl. mobile Filialen), davon 23 Filialen in OÖ und 13 Filialen in Salzburg Stadt; dazu neun mobile Filialen in OÖ und Salzburg.
Mitarbeiterzahl: 970 im Jahr 2010, inkl. Flöckner (Salzburg) 1.337 im Jahr 2013 und 1.489 mit Jahresende 2015.  
Fuhrpark: Insgesamt 420 Lkw und Pkw, 172 Tiefkühl-Fahrzeuge in Österreich und Deutschland.

Leider hat das Unternehmen in der Uhlandstraße (Bild) in Wels keine Möglichkeit zur Betriebserweiterung, daher fand man jetzt in Gunskirchen eine neue Möglichkeit.
 

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