Montag, 13. Juli 2020 

welsWels Stadt | Kommentar | 05.10.2015

Eigentlich ist von der Politik jetzt Vernunft gefordert

Geht es wirklich um WELS ?

Von den Schlagzeilen-Medien vor sich her gejagt versuchen sich heutzutage immer mehr Politiker als Schönredner und Vielversprecher. Nicht so allerdings die beiden Kontrahenten der eigentlich unnötigen Stichwahl um den Bürgermeister. Warum diese Auseinandersetzung, wo es doch immer so seriös klingt, die Mehrheitspartei sollte auch die höchste Position bekleiden? Stimmt: Wieder einmal ist ein Gesetz unnötiger Auslöser einer Auseinandersetzung zwischen Parteien und Personen.
Und ohne Stichwahl würde man auch den Welsern ersparen nach 14 Tagen neuerlich zur Wahl zu gehen, obwohl die klare Mehrheit sich bereits für Dr. Andreas Rabl entschieden hatte. Um sich diesen Marsch (?) zu ersparen, haben rund 2400 Wähler Wahlkarten beantragt. Auch das spricht für einen klaren Aufgang der Stichwahl.

Viel wichtiger als eine Stichwahl in Wels wäre allerdings wären Gedankengänge aller gewählten Parteien, wie man GEMEINSAM die offensichtlich bestehenden und vor der Tür stehenden Probleme für die Stadt lösen kann, damit die Bevölkerung positive Zukunftspläne in ihrer Wohnstadt machen kann.
Gemeinsamkeiten anstatt Konfrontation
Die beiden sogenannten Kontrahenten sind sich eigentlich persönlich gar nicht zuwider. Bürgermeister-Favorit Andreas Rabl würde sich liebend gerne einen Partner im künftigen Gemeinderat wünschen, der Hermann Wimmer heißt. Der anerkannte Finanzjongleur hat aber im Falle einer verlorenen Wahl seinen Rückzug in den "verdienten Ruhestand" angekündigt. Allerdings hat Hermann Wimmer schon nach den Gemeinderatswahlen 2009 und auch noch Jahre danach seinen Rückzug aus dem Rathaus nach den Wahlen 2015 als seine persönliche Entscheidung verbreitet.
Nach seinem Aufstieg vom „wilden Linken“ bis zum Vizebürgermeister und Finanzreferenten hat vielen Beobachtern Respekt eingeflößt. Besonders geschätzt wurde Hermann Wimmer auch von der Wirtschaft und im Sport. Wenn man ihn von einem Projekt überzeugt hatte, dann konnte man sich auf den Politiker voll verlassen. Auch wenn er von den nicht verlässlichen Bundesertragsanteilen und stetig steigenden Landes-Pflichtzahlungen zusätzlich immer wieder neu gefordert war.
Jetzt stehen sich also Hermann Wimmer (links) und Andreas Rabl (rechts) am 11. Oktober 2015 gegenüber und müssen gegen Abend vor Journalisten und Kameras ihre Statements abgeben - der eine, warum er als Sieger glücklich ist und viele Pläne hat, und der andere, wie er seine Enttäuschung verbergen kann. Für die Zukunft der Stadt Wels würde es viel erfreulicher sein, wenn sich beide Politiker nach dem Wahlergebnis die Hand reichen könnten und sich gemeinsam Gedanken über das Wohl der Stadt machen.
Denn die Ära von Dr. Peter Koits als Bürgermeister der „Menschlichkeit“ (?) ist bis zur konstituierenden Sitzung im November endgültig zu Ende. Und hoffentlich auch das Fehlen einer Führungskraft, für die nicht nur das Parteibuch, sondern auch die Leistung der Mitarbeiter im Mittelpunkt steht. Wie unsicher sich der Bürgermeister leider in diesem Zusammenhang war und noch immer ist, zeigt der Welldorado-Skandal, der einerseits durch die unglaublich schlampige Buchhaltung Erschütterung auslöste und andererseits die nicht betroffenen Mitarbeiter im „Tratsch-Regen“ stehen gelassen wurden.

Wenig Applaus für den Bürgermeister-Abschied!
Die Behauptung, man habe die betroffene Abteilung zuletzt vor zehn Jahren (!) geprüft und Buchhaltungs-Unterlagen seien einfach verschwunden, hatte ein ganz schlechtes Licht auf die Arbeit im Rathaus geworfen. Selbstverständlich hätten die verantwortlichen Beamten sofort ihrer Tätigkeit entbunden werden müssen. Schlüsselabgabe und Betretungsverbot sind im Wirtschaftsleben selbstverständlich.
Durch das zögerliche Verhalten und zuletzt auch durch einen vorenthaltenen Rechnungshof-Bericht hat sich Bürgermeister Dr. Peter Koits leider bei seinem Abgang wenig Applaus verdient. Sein Vorgänger hat sich zwar in einem Buch selbst gelobt, doch Karl Bregartner hat sich auch dank Unterstützung seines damaligen Sekretärs Hermann Wimmer mehr Lob für seine Amtszeit als sein Nachfolger verdient.

heyde
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