Sonntag, 9. August 2020 

welsWels Stadt | Kommentar | 19.06.2012

„Erinnerungsweg“ könnte Versprechungen einfordern

Das Agenda-21-Thema verfehlt

Eigenartig war die Einladung der Stadt Wels zur Eröffnung eines „Erinnerungsweges“ am 22. Juni, zu dem sogar der Israelische Botschafter nach Wels gebeten wurde. Verwunderlich besonders deshalb, denn Wels bekam bereits einen Auszeichnung des Landes für das Impulsprogramm Agenda 21, dessen Ziel die Attraktivierung des Wirtschafts-, Lebens- und Handelsraumes ist.
Kein einziges Programm ist hier bis heute wirklich umgesetzt – der allerdings in diesem Zusammenhang plötzlich genannte „Erinnerungsweg“ kann man deshalb als echte Themenverfehlung festhalten. Eine sicherlich positive Idee, die aber mit der Agenda wirklich nichts zu tun hat.
Wir erinnern uns! Die Bezeichnung „Erinnerungsweg“ trifft besonders Bürgermeister Dr. Peter Koits direkt, der zum Beispiel 2009 bei der Vorstellung des Projektes WELIOS einen Energieweg vom Hautbahnhof zum Energietempel ankündigte. Kein Meter davon ist bis heute umgesetzt.
Vergessen? Der Bürgermeister muss auch nach der Wegeröffnung an die Agenda-Ankündigungen erinnern werden. Die bisherigen Ergebnisse der Innenstadtagenda sind mehr als dürftig. Offensichtlich hat Landesrat Rudi Anschober den Preis allzu früh an die Stadt vergeben.
Mit dem „Erinnerungsweg“ bringt die Stadt Wels außerdem ihre Ungeschicklichkeit bezüglich dunkler Geschichte vor 70 Jahren und mehr wieder ins Gespräch. Schließlich hatte man vor der Jahrtausendwende die damalige Kleinstadt medial in ein seltsam „braunes Licht“ gesetzt.
Nach Jahren mit unnötigen Schlagzeilen, die sich sogar bis in das Richard-Wagner-Festival verirrten, brachte man ein Jüdisches Denkmal ausgerechnet an der Wand zur öffentlichen Toilette beim Abgang in die KJ-Tiefgarage an. Schließlich fand man im Pollheimerpark einen anscheinend geeigneten neuen Gedenkort – dieser wird allerdings während des Weihnachtsmarkts schamhaft verdeckt, denn unmittelbar daneben werden „heiße Würstel“ gebraten und verkauft.
Lebensraum! Die Welser warten dagegen noch immer auf Attraktivierung des Wirtschafts-, Lebens- und Handelsraumes. Eine private Initiative hat wenigestens das Thema Neugestaltung des Messegeländes in Schwung gebracht...
heyde 
So begann alles auch mit „Agenda 012“,
daraus wurde die „Agenda 21“ (etwa bis 2021 ?)
Pressemeldung:
Basierend auf den aktuellsten Daten der Einzelhandels-Strukturuntersuchung durch die CIMA Austria wurde ab 2007 ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt. Bis spätestens 2012 wird die „Agenda 012“ gemeinsam mit Politik, Magistrat, Stadtmarketing und Gewerbetreibenden vollständig realisiert sein. Ziel ist die Attraktivierung des Wirtschafts-, Lebens- und Handelsraumes der Stadt Wels.
Das Paket umfasst mehrere Säulen/Schwerpunktfelder: Kernzonenmarke „Shoppen mitten in Wels“ (umgesetzt), Innenstadtgestaltung (bisher nur Ansätze), Gestaltung Naherholungsgebiet „Traunblicke“ (Ansätze – Umsetzung sicher schwierig), Relaunch Weihnachtsmärkte und –beleuchtung (gelungen!).
Verfrühter Applaus für Agenda 21 - 2012 
Pressemeldung Frühjahr 2012:
Über eine Auszeichnung des Landes Oberösterreich können sich die Stadt Wels und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Innenstadtagenda 21 freuen. Grund war die Tatsache, dass die Stadt im Jahr 2009 als erste Statutarstadt in Oberösterreich einen Agenda 21-Prozess gestartet hatte. Ziel war (?) und ist, die Welser Innenstadt als „Wohnzimmer der Stadt“ unter maßgeblicher Einbindung engagierter Bürgerinnen und Bürger weiter zu attraktivieren und die Lebensqualität zu erhöhen.
Siehe „Erinnerungsweg“...
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