 Wer die Geschichte so mancher „Pleiteklubs“ im heimischen Fußball kennt, kann die endgültige Lizenz-Verweigerung für den Traditionsklub Lask nur auf ein Mächtespiel gegen einen umtriebigen und unbeugsamen Vereinspräsidenten Michael Reichel (Bild) zurückführen.
Dies war schon in der ersten Instanz klar, weil die Verweigerung „laut bestinformierter Kreise“ eigentlich schon beschlossene Sache war.
Gerettet. Michael Reichel, der den Verein vor 12 Jahren mit Hilfe einer Investorengruppe vor seinem endgültigen Ende gerettet hatte, stand wie ein Fels in der Brandung und hielt selbst jahrelangen bösartigen Medienkampagne eines Kleinformats die Fahne des Traditionsklubs hoch.
Seltsam. Der Lask stand im Vergleich gut da, wenn man vergleicht: Mit so manchem anderen Vereinspräsidenten, der mit fremden Geldern „Schindluder“ zum Erhalt seinen Vereines getrieben hat, und Vereinen, die sich bereits schamlos entschuldet haben und einen Neuanfang starteten – und diese Verein erhielten in erster Instanz die Lizenz.
Im Vorjahr konnte Michael Reichel nur noch mit seiner Androhung freiwillig in die 2. Klasse abzusteigen dem drohenden Lizenzentzug entgehen. Jetzt steht der besonders im Tennissport erfolgreiche Unternehmer aber nicht unbedingt „vor den Scherben“ eines einseitigen Kampfes.
Denn der Profisport im heimischen Fußball ist dem finanziellen Untergang ausgesetzt – ob früher oder später, es werden sich kaum noch vernünftige Sponsoren finden, die das schwache Leistungsniveau hoch bezahlter Fußballer auf Sicht finanzieren werden.
Der heimische Fußball müsste sich möglichst bald am allgemeinen Spitzensport orientieren und dem Nachwuchs jene Chancen geben, die die „Profis“ nur in den seltensten Fällen nützen. Für den Nachwuchs wird auch schon wirklich viel unternommen.
Auswirkungen des Lizenzentzugs bis ins Unterhaus
Zuerst wurde durch das „Aus“ des Lask in der zweithöchsten Liga FC Lustenau von Relegationsspielen gegen den GAK befreit. Nun ist plötzlich Hartberg der Gegner vom GAK, so kommt es wenigstens zu steirischen Lokalderbys.
Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Regionalliga Mitte und darunter sollten wohl erst offiziell werden, bevor man falsche Schlüsse zieht. Will der FC Wels den Abstieg in die ohnehin sportlich und wirtschaftlich interessantere Radio-OÖ-Liga vermeiden, dann muss wohl in Villach ein Auswärtssieg gelingen. Was nach den Erfolgen gegen den GAK und Austria Klagenfurt nicht unmöglich ist. Auf jeden Fall ist dieses „Theater“ um den Lask für zahlreiche Vereine in Richtung Vorbereitung für die nächste Saison alles andere als förderlich. Die Klarstellung des Lask zur Lizenzverweigerung
Keine Lizenz für den LASK – die Hintergründe
1. Instanz
Der Wirtschaftsprüfer PriceWaterhouseCoopers erteilt nach Rücksprache und Aufbringung von finanziellen Mitteln ein uneingeschränktes Testat.
Der von der Bundesliga im letzten Jahr als Auflage verlangte Sonderprüfer Audit bestätigt die positive Fortführungsprognose mit dem 3-jährigen Abbau des negativen Eigenkapitals.
Es waren damit aus der Sicht des LASK alle Voraussetzungen zur Lizenzerteilung erfüllt.
In der 2. Instanz, dem Protestkomitee, hat der LASK alle offenen Fragen beantwortet und zur zusätzlichen Budgetabsicherung außerhalb der Planung weitere Barmittel, so wie neue Sponsorbestätigungen eingereicht.
Die Ergebnisplanung wies inkl. zusätzlicher Einnahmen von EUR 200.000,- und einem geplanten Gewinn für das Geschäftsjahr 2012/13 von EUR 291.000,-, also insgesamt EUR 491.000,- aus.
Das Protestkomitee bemängelte die nicht ausreichende Dokumentation des Prüfungsergebnisses durch den Wirtschaftsprüfer und bezeichnete das als Formalfehler.
In der 3. Instanz des Schiedsgerichts wurde lediglich bestätigt, dass diese Ansicht des Protestkomitees richtig ist.
Die Planung für das Jahr 2012/13 war die vorsichtigste und sicherste im Vergleich zu den letzten Jahren und hatte auch das Ziel, den höchsten Gewinn zu erzielen, um das negative Eigenkapital so schnell wie möglich abzubauen.
Zum Verständnis der Problematik des LASK in diesem Lizenzierungsverfahren muss noch darauf hingewiesen werden, dass die Bundesliga die Unterlagen des Wirtschaftsprüfers erstmals zu einem Zeitpunkt sieht, nachdem der LASK als Lizenzwerber kein neues Vorbringen mehr erstatten darf und auch keine neue Unterlagen mehr vorlegen darf (Ende der Protestfrist).
Wenn nun also das Protestkomitee nach Durchsicht der Unterlagen des Wirtschaftsprüfers der Meinung ist, dass diese keine ausreichende Dokumentation des Prüfungsergebnisses darstellen, hat der Lizenzwerber keine Möglichkeit mehr, ein neues Vorbringen zu erstatten oder neue Unterlagen dazu vorzulegen.
Es ist bedauerlich, dass durch solche Lizenzvorgänge die Möglichkeit besteht, Klubs aus der Bundesliga auszuschließen, zumal hier nicht wirtschaftliche Kriterien im Vordergrund stehen. Wenn die Bundesliga (Senat 5 oder Protestkomitee) einem Wirtschaftsprüfer nicht glaubt, sollte nicht der lizenzwerbende Verein dafür verantwortlich gemacht werden. Dies ist einfach Unrecht und es hilft dem LASK wenig, wenn das Schiedsgericht am Ende des Verfahrens den Lizenzmanager, Mag. Herovits, belehrt, dass in Zukunft die Bundesliga präziser formulieren sollte, welche Unterlagen benötigt werden, um Situationen wie diese zu vermeiden.
Der Wirtschaftsprüfer wurde von der Bundesliga lizenziert, geschult und akkreditiert und es liegt in der Verantwortung der Bundesliga, wen Sie lizenziert. Dass sich die Bundesliga dann auf das Prüfungsurteil eines solchen Wirtschaftsprüfers nicht verlässt und dieses wie im gegenständlichen Verfahren sogar anzweifelt, bzw. nicht glaubt, ist unverständlich.
Der LASK durfte auch nur einen lizenzierten Wirtschaftsprüfer nominieren.
Besonders bedauert der LASK seine vielen Fans, die durch die gestrige Information schwer geschockt wurden. Sie haben dieses Unrecht nicht verdient.
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