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welsWels Stadt | Wirtschaft | 14.12.2011

Ohne politisches Kleingeld gesunde Sparpolitik

Gemeinsam zur Budgetsanierung

Ein Ruck ging durch die Wirtschaftstreibenden in Wels, als sich Josef Resch (Bild) bereit erklärt hatte, die Führung des Wirtschaftsbundes in Wels zu übernehmen.
Der erfolgreiche Unternehmer hat schon beim Traunsteg und seinen Visionen gezeigt, wie positiv er sich für die Gemeinschaft einbringen kann. „Nicht jammern, sondern gemeinsam zum gestalten beitragen“, ist seine Devise.
Der Wirtschaftsbund ist eine Teilorganisation der ÖVP und kann dadurch auch ins politische Geschehen mit eingreifen und nicht nur durch medialer Schlagzeilen Ärgernisse schaffen.
Vordenker. Josef Resch hatte vor zehn Jahren erstaunliche „Visionen für Wels“ erarbeitet und auch der Politik vorgestellt. Damals war aber die Zeit der Erneuerung und des Umdenkens offensichtlich noch nicht reif. Durch die absolute Mehrheit der SPÖ im Rathaus waren auch Gestaltungsmöglichkeiten ohne deren Mitarbeit kaum möglich.
In Zeiten wie diesen, wo die stets steigenden Schulden im Stadtbudget langsam besorgniserregend werden, wäre ein Schulterschluss aller interessierten Kräfte ohne politisches Hickhack ein Zeichen der Zeit.
Hoffnung. Mit Josef Resch hat der Wirtschaftsbund in Wels jetzt ein Zeichen gesetzt. Bei der offiziellen Wahl zum Obmann war nicht nur Österreichs Motivations-Missionar Dr. Christoph Leitl gekommen, sondern anstatt angemeldeten 25 über 60 Mitglieder, die auch für eine 100% Wahl des neuen Obmannes sorgten.
Kommunikation. Josef Resch, der vom engagierten Welser Wirtschaftsmotor DI Günther Rübig zu diesem „Job“ animiert wurde, möchte mit Vorträgen und Veranstaltungen die heimischen Wirtschaftstreibenden zum Mitdenken auffordern. Große Probleme sieht er in der Verschuldung der Stadt, seine recherchierten Schulden decken sich nicht mit den offiziellen Angaben aus dem Rathaus.
Gemeinsam. Wenn es aber zu einem vernünftigen Schulterschluss mit Finanzreferent Vizebgm. Hermann Wimmer kommt, könnte ein sinnvolles Gesundsparen auch von außen unterstützt werden.
Die leider aufgrund der Wirtschaftskraft der Stadt entstandene „Feudalpolitik“ benötigt vor allem in der Verwaltung einen sicherlich nicht schmerzlosen Einschnitt. Dort ist sicherlich am schnellsten und leichtesten Einsparungen zu erzielen.  
Verwaltungskosten und schreckhafte Verlustbereiche
Das im Rathaus im Bereich Verwaltung gespart werden kann, zeigt allein schon ein kleiner Bereich auf: Die Öffentlichkeitsarbeit (?) der Stadt, die so schlecht wie noch nie ist, wurde erst in jüngster Zeit (vor den Wahlen 2009) personell überbesetzt und sorgt vor allem auch bei den vielen engagierten Mitarbeitern im Rathaus für ständigen Motivations-Ärger.
Bei der Budgetdebatte hat Gemeinderat Markus Wiesinger (VP) erschreckende Abgänge in mehreren Bereichen aufgezählt:
Herausstechend dabei 2010 der Abgang von 600.000 EUR alleine in der Stadtbücherei (das waren einmal 8,2 Mio. ATS).
Der Tierpark verursachte 2010 ein Minus von 680.000 EUR (hier hat sich der Finanzrefernt selbst in der eigenen Partei nicht mit einem notwendigen Eintrittspreis oder Einsparungen durchgesetzt).
Das Freibad verursache 2010 ein Minus von 305.000 EUR, das Hallenbad von 280.000 EUR, die Stadthalle von 100.000 EUR und die Rotax-Halle (!) 220.000 EUR. Und da jammert man über einen Abgang beim WELIOS, das bei entsprechender Führungsqualität mit einem ganz bescheidenen Minus auskommen könnte.
Kompliment. Übrigens hat Gemeinderat Karl Schönberger (SP) auch einmal etwas Positives hervorgehoben: Die Investitionen der Stadt sind nicht nur Ausgaben, sondern sorgen auch für neues Vermögen der Stadt.
Vermögenszuwachs. Man denke da nur an die neue Messehalle: Die ist nicht nur goldeswert, sondern sorgt für eine Umwegrentabilität, die die Investition mehr als gerechtfertigt hat. Leider hapert es auch noch dort an der Öffentlichkeitsarbeit. Welcher Welser weiß wirklich wie viele Veranstaltungen in der imposanten Messehalle stattfinden?  
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23.09.2020 - 17:59:20